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Australien: Krokodilalarm durch Jahrhundertflut

4.2.2019 10:55 Uhr

Im Nordosten Australiens sorgen heftige Regenfälle seit Tagen für Überschwemmungen und Stromausfälle - aber auch kuriosere Auswirkungen: durch die Wassermassen werden Salzwasserkrokodile in die Gemeinden gespült.

Die Behörden sahen sich zudem gezwungen, die Hochwasserschleusen eines Damms nahe der Küstenstadt Townsville zu öffnen. In einigen Regionen des Bundesstaats Queensland fiel binnen weniger Tage so viel Regen wie sonst in einem Jahr. Laut Wetterdienst dürfte der Regen bis Donnerstag anhalten.Das Militär unterstützte den Großeinsatz in den Überschwemmungsgebieten: Es lieferte 70.000 Sandsäcke zum Abdichten bedrohter Gebäude, stellte Wasserfahrzeuge zur Verfügung und rettete unzählige Menschen von Dächern, wohin sie sich vor den Fluten gerettet hatten. Rund 20.000 Häuser waren von den Fluten bedroht, 16.000 Menschen waren ohne Strom. Besonders hart traf es die Menschen in Townsville: "Noch nie in unserem Leben haben wir so viel Wasser gesehen", berichtete Radiomoderatorin Gabi Elgood am Montag. "Du denkst, mehr kann jetzt nicht mehr kommen, aber der Regen hört einfach nicht auf". Allein in der Nacht zum Montag gingen bei den Rettungsdiensten mehr als tausende Notrufe ein.

Im Wasser warten angespülte Krokodile

Zusätzliche Sorgen bereiteten den Behörden Salzwasserkrokodile, die in überschwemmten Wohngebieten gesichtet wurden. Mit drastischen Bildern rief die Polizei von Queensland die Menschen auf, sich von den Fluten fernzuhalten: "Sollte die Vorstellung, Auge in Auge einem Krokodil gegenüberzustehen, nicht abschreckend genug sein, dann erinnere dich, bevor du zum Spielen in die Fluten steigst, an die große Möglichkeit, dass du in die Exkremente deines Nachbarn watest", erklärte sie.Queenslands Regierungschefin Annastacia Palaszczuk warnte die Gemeinden vor weiterem Ungemach. Es drohten neue Regenstürme, für über ein Dutzend Flüsse gebe es weiterhin Hochwasseralarm. "Das ist kein Ereignis, das alle 20 Jahre mal vorkommt, das ist ein Jahrhundertereignis", sagte sie.

(be/afp)