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Außenminister Maas setzt auf Neuanfang bei Beziehungen der EU zur Türkei

18.1.2021 16:20 Uhr

Nach der Entschärfung des Erdgas-Streits im östlichen Mittelmeer hofft Außenminister Heiko Maas auf einen Neuanfang in den angeschlagenen Beziehungen zwischen der EU und der Türkei. "Jetzt geht es darum, aus den schwierigen Diskussionen des letzten Jahres herauszukommen", sagte Maas am Montag nach einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu. Man müsse nun nach vorne schauen. "Ich würde mir sehr, sehr wünschen, dass die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei besser werden, vertieft werden, alle Möglichkeiten und Potenziale genutzt werden."

Cavusoglu sagte, das Gespräch mit Maas habe in einer "positiven Atmosphäre" stattgefunden. Auch die Beziehungen zu der EU hätten sich verbessert. Er hoffe, dass diese Atmosphäre Bestand habe. "Dieser Dialog ist wichtig, aber es sollten auch konkrete Schritte kommen,", so der türkische Außenminister. Cavusoglu sagte an Griechenland gewandt, dass man die Türkei unter anderem mit militärischen Übungen provozieren würde: "Aber leider macht Griechenland auch in dieser Phase weiter mit seinen Provokationen", sagte er. Auf mögliche neue Sanktionen gegen die Türkei angesprochen sagte er: "Wir sind kein Land, das sich vor Sanktionen fürchtet, da wir im Dezember eine positive Antwort erhalten haben."

Auch Özil-Wechsel zu Fenerbahce war Thema der Pressekonferenz

Seit einigen Wochen setzt die Türkei auf Entspannung und hat den Weg dafür frei gemacht, dass am 25. Januar die 2016 abgebrochenen Gespräche mit Griechenland über eine Lösung des Konflikts wiederaufgenommen werden. Maas sagte, das sei ein erster Schritt in die richtige Richtung und ein "gutes Signal für die Stabilität der ganzen Region". Das Fenster für eine diplomatische Lösung sei damit wieder einen Spalt geöffnet.

Nach Bekanntwerden des Wechsels von Mesut Özil zum türkischen Club Fenerbahce hat der deutsche Außenminister Heiko Maas dem Fußballer gutes Gelingen gewünscht. "Ich wünsche ihm sportlich alles Gute, aber ich wünsche natürlich auch, dass er sich in Istanbul wohl fühlt", sagte Maas am Montag in Ankara bei einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu. Maas sagte, er habe von Cavusoglu erfahren, dass Özil schon als Kind ein Trikot des Istanbuler Clubs getragen habe. Özil habe sich um den Fußball, den deutschen Fußball und die deutsche Nationalmannschaft verdient gemacht. Cavusoglu sagte, der Wechsel des "Weltstars" habe "alle in Aufregung versetzt". Der türkische Außenminister bekannte, er sei selbst ein großer Fenerbahce-Fan. An Maas gerichtet sagte er: "Ich hoffe, dass ihr nicht wieder etwas dagegen habt, wenn sich Mesut mit unserem Präsidenten trifft, Heiko." Später sagte Maas: "Für seinen sportlichen Erfolg ist vor allen Dingen wichtig, dass er viel mit seinem Trainer spricht."

(ce/dpa)

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