dpa

Außenminister Cavusoglu: Türkei bohrt im Mittelmeer weiter nach Erdgas

12.8.2020 19:02 Uhr

Im Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer ist zwischen der Türkei und Griechenland weiterhin keine Entspannung in Sicht. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu kündigte an, dass die Erkundungen und Probebohrungen in der Region weitergehen werden. Bis Ende August werde er dafür weitere Lizenzen vergeben, sagte er auf einer Pressekonferenz.

In dem Konflikt habe die Türkei zuletzt einen "guten Willen" gezeigt und sei auf Forderungen von Deutschland und anderen EU-Ländern zur Entspannung der Lage eingegangen. Doch dies sei von Athen nicht anerkannt worden, so der Minister. Wegen der jüngsten Ankündigungen von Cavusoglu hat Griechenland bereits eine Dringlichkeitssitzung des EU-Rates für auswärtige Angelegenheiten beantragen, wie die Regierung mitteilte. Die EU-Kommission rief zu einem weiteren Dialog auf. "Die jüngsten Entwicklungen sind äußerst besorgniserregend", sagte der außenpolitische Sprecher Peter Stano.

Erdogan setzt auf Diplomatie

Bereits am Montag hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, dass er bezüglich der Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer den Plan der Türkei konsequent fortsetzen will, aber weiter auf Diplomatie setzte. "Wir sind immer bereit, Konflikte durch Dialoge zu lösen“, sagte er. In dem Zusammenhang rief Erdogan alle beteiligten Mittelmeerländer zur Zusammenarbeit auf, damit "die Rechte aller geschützt werden". Der türkische Präsident betonte aber, dass er "niemals" ein Abkommen unterzeichnen werde, das die Türkei in der Territorium-Frage im östlichen Mittelmeer benachteiligt.

Die Suche der Türkei nach Erdgas im östlichen Mittelmeer vor den Inseln Griechenlands ist aus Sicht Athens illegal, weil die Region zur sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone des EU-Landes gehöre. Nach türkischer Lesart haben Inseln wie Kreta zwar Hoheitsgewässer, aber keine Ausschließliche Wirtschaftszone. Ende Juli war nach einer Vermittlung von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine leichte Entspannung zwischen Athen und Ankara eingetreten. Nun hat sich der Konflikt aber wieder verschärft.

(mb)

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