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Außenminister Cavusoglu: Russland muss "Aggression" der syrischen Regierung stoppen

4.2.2020 14:34 Uhr

Angesichts der Eskalation im Nordwesten Syriens hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu Russland dazu aufgerufen, die "Aggression" der Regierung in Damaskus zu stoppen. Dazu habe er seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow aufgefordert, sagte Cavusoglu am Dienstag.

Man müsse "schnellstens" etwas tun. "Wir wollen so bald wie möglich zusammen mit einer bleibende Waffenruhe und einer Verfassungskommission Schwung in den politischen Prozess bringen", sagte er. Zudem müsse die Rückkehr von vertriebenen Menschen über Korridore gewährleistet werden.

Sieben türkische Soldaten und ein ziviler Mitarbeiter getötet

Russland unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Regierung des Präsidenten Baschar al-Assad, die Türkei dagegen die Rebellen. Cavusoglu hatte am Montag mit Lawrow telefoniert, nachdem nach neuesten offiziellen Angaben sieben türkische Soldaten und ein ziviler Mitarbeiter des Militärs durch syrischen Beschuss in der Provinz Idlib getötet wurden. Die Türkei startete darauf einen Vergeltungsangriff bei dem mehrere syrische Soldaten ums Leben kamen.

Cavusoglu betonte, dass die Türkei solche Angriffe nicht tolerieren und auch weiterhin darauf antworten werde. Mit Russland getroffene Vereinbarungen zu einer friedlichen Lösung in Syrien seien "zwar nicht vollständig zum Erliegen gekommen, aber allmählich tragen sie Verletzungen davon und verlieren an Bedeutung", sagte Cavusoglu.

Das letzte große Rebellengebiet

Idlib ist nach fast neun Jahren Bürgerkrieg in Syrien das letzte große Rebellengebiet. Kontrolliert wird es von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Die syrische Armee, die unter anderem von Russland unterstützt wird, hatte im vergangenen Jahr eine Offensive auf die Region um die Stadt Idlib im Nordwesten des Landes begonnen. Russland und der Iran als Unterstützer der syrischen Regierung sowie die Türkei als Unterstützer der Rebellen hatten Idlib 2017 zu einer sogenannten Deeskalationszone erklärt. In dieser sollten Binnenflüchtlinge Schutz finden.

(be/dpa)

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