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Außenminister Cavusoglu bestätigt Tod von 342 Auslands-Türken durch Covid-19

19.4.2020 17:09 Uhr

Insgesamt 342 türkische Staatsangehörige sind seit Beginn des weltweiten Ausbruchs an den Folgen des Coronavirus im Ausland verstorben, teilte der Außenminister der Türkei, Mevlüt Cavusoglu, in einem TV-Interview am 18. April mit. Zudem verwies der Außenminister auf weitere Rückholaktionen, mit denen rund 25.000 Auslands-Türken rechtzeitig zu Ramadan in die Türkei zurückgeholt werden sollen.

Im Gespräch mit dem Sender NTV kündigte Mevlüt Cavusoglu an, dass die Türkei vor Beginn des Fastenmonats Ramadan 105 weitere Flüge plane, um Teile der im Ausland befindlichen türkischen Bürger aus 72 Ländern zurückzubringen. Insgesamt seien mehr als 25.000 Personen aus 74 verschiedenen Ländern in die Türkei zurückgebracht worden. Cavusoglu sagte auch, dass das Exekutivkomitee der Organisation für Islamische Zusammenarbeit nächste Woche per Videokonferenz auf Ersuchen der Türkei zur Erörterung der Pandemie zusammentreten werde.

Türkei will international proaktive Rolle übernehmen

Cavusoglu betonte, dass internationale Organisationen während des Ausbruchs ineffektiv gewesen seien und dass diese Organisationen keine erfolgreiche Politik umgesetzt hätten. "Wir haben immer gesagt, dass einseitige Politik und Handelskriege falsch sind. Aber heute sind das internationale System und die internationalen Organisationen veraltet und müssen reformiert werden. Diese Organisationen können die Erwartungen nicht erfüllen oder Konflikte verhindern", sagte Cavusoglu.

Er stellte zudem fest, dass 116 Länder die Türkei um Hilfe baten. Ankara habe bisher 44 von ihnen Hilfe geschickt. Cavusoglu betonte, dass die Priorität der Türkei darin bestehe, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und dann anderen Ländern zu helfen. Der Außenminister thematisierte auch den Streit zwischen den USA und der Weltgesundheitsorganisation WHO und sagte: "Es war ein Fehler für die USA, die finanzielle Unterstützung für die WHO zu kürzen. Ja, die WHO und die Vereinten Nationen können heute kritisiert werden, aber diese Unterstützung sollte nicht in solch einer Zeit gekürzt werden." Cavusoglu fügte hinzu, dass die Türkei eine proaktive internationale Rolle und humanitäre Außenpolitik übernehme.

(ce)

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