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Ausschreitungen bei Protesten gegen Präsidenten Kameruns in Genf

29.6.2019 16:47 Uhr

Die Polizei in Genf ist am Samstag mit Wasserwerfern, Tränengas und Blendgranaten gegen hunderte Demonstranten vorgegangen, die gegen den kamerunischen Präsidenten Paul Biya protestierten. Rund 250 Demonstranten versammelten sich vor dem UN-Hauptquartier und forderten die Absetzung des 86-Jährigen, wie eine AFP-Reporterin berichtete.

Als sich die vielfach in die Flaggen Kameruns gehüllten Demonstranten in Richtung des Hotels Intercontinental bewegten, in dem Biya abgestiegen ist, begannen die gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Die Demonstration aus Anlass des Besuchs Biyas in der Schweiz war angekündigt und von den Behörden genehmigt worden. Zahlreiche Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um das UN-Gebäude und das Hotel zu bewachen.

Einer der Organisatoren des Protestes, Robert Wanto, sagte, Biya führe "seine Diktatur nun schon seit fast einem halben Jahrhundert". Kamerun müsse endlich demokratisch werden, forderte der Kameruner, der seit drei Jahrzehnten im Exil lebt. In der ehemaligen französischen Kolonie herrscht seit Jahren ein gewaltsamer Konflikt der Zentralregierung mit Befürwortern der Unabhängigkeit des englischsprachigen Teils des Landes. Menschenrechtsgruppen zufolge geht Biyas Regierung mit Gewalt und massenhaften Festnahmen gegen Oppositionelle vor.

(afp)