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Ausgefeiert – Hamm verbietet erste Familienfeste

25.9.2020 10:03 Uhr

Fast 2600 Menschen stehen in Hamm (Nordrhein-Westfalen) und Umgebung unter Quarantäne. Mehr als 200 Menschen sind mit dem Coronavirus infiziert. Zwischen 70 und 80 Prozent der Infizierten waren Gäste auf einer türkischen Hochzeit. Und nun tritt die Stadt Hamm die Bremse, was Familienfeiern angeht. Jüngst sind drei Events untersagt worden.

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann von der CDU in Hamm ist derzeit ein gefragter Interviewpartner. In einem Gespräch mit der dpa sagte der OB, man habe sich derzeit dazu entschieden, drei Anfragen nach Privatfeiern abzulehnen. Dabei handelte es sich um zwei Junggesellinnen-Abende und eine Verlobungsfeier. Das sei dem Maßnahmenpaket der Stadt Hamm geschuldet, welches greift, bis die 7-Tage-Inzidenz wieder auf einem Niveau deutlich unter 50 sei.

200 Infizierte, 13 Menschen in Krankenhäusern, eine Person auf der Intensivstation

Die Allgemeinverfügung der Stadt, die in dieser Woche Wirksamkeit erlangte, sorgt dafür, dass ganz besonders für Familienfeiern klare Regeln und Begrenzungen hinsichtlich der Teilnehmerzahlen greifen. Wer mit mehr als 50 und weniger als 150 Leuten feiern will, muss sich die Festivität genehmigen lassen. Nur wer ein schlüssiges Hygienekonzept vorlegt und nachweisen kann, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung registriert werden, hat Chancen auf eine Genehmigung. Gerade hinsichtlich der Registrierung war es im Zuge der türkischen Hochzeit zu peinlichen Pannen gekommen. "Batman" oder "Superman" werden kaum Hochzeitsgäste gewesen sein, aber die Namen fanden sich auf der Liste der Gäste.

Die Stadt Hamm hat ihren Mitarbeiterstamm erweitert, der sich mit der Antragsaufnahme für diese Feiern befasst. Das scheint auch an der "Feierlaune" in Hamm zu liegen, denn Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann teilte mit, man habe derzeit rund 70 Anträge und Anmeldungen für Familienfeiern vorliegen. Eine hohe Zahl – wenn man bedenkt, dass sich rund 2600 Menschen in Quarantäne befinden, 200 Personen mit dem Coronavirus infiziert sind, 13 Personen in Krankenhäusern behandelt werden und sich ein Mensch auf der Intensivstation befindet. Zwischen 70 und 80 Prozent der Infizierten waren Gäste der Hochzeit oder standen mit Hochzeitsgästen in Kontakt. Im Nachgang mussten bisher mehrere Schulen und Schulklassen geschlossen werden.

(ce)

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