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Auch Klinsmann warnt "Alarmstufe Rot!"

17.3.2019 10:57 Uhr

Jürgen Klinsmann weiß, wovon er spricht. Zwei Jahre deutscher Bundestrainer, ein Jahr Trainer beim FC Bayern München und danach fünf Jahre Nationaltrainer der USA haben für Erfahrungen gesorgt. Und der Ex-Bundestrainer ist es, der jetzt Alarm schlägt, wenn es um den deutschen Fußball geht. Damit meint Klinsmann nicht nur die Nationalelf, sondern auch und besonders die Vereinsebenen.

Nach Ansicht von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann (54) hat der deutsche Fußball den Anschluss zu den Spitzennationen verloren. "Über die Ergebnisse in den europäischen Klub-Wettbewerben reden wir schon seit zwei, drei Jahren. Aber jetzt ist alles noch schlimmer geworden. Die Ergebnisse der Nationalmannschaft waren zuletzt fatal. Es herrscht Alarmstufe Rot!", sagte der Weltmeister von 1990 in der Bild am Sonntag.

Auch die "50+1-Regel" darf keine heilige Kuh sein

In der deutschen Nationalmannschaft habe sich nach dem WM-Titel 2014 laut Klinsmann "ein Gefühl der Überheblichkeit eingeschlichen. Wir haben uns zurückgelehnt, weil wir die Besten waren". Das Umfeld der Nationalmannschaft und der Bundesligisten müsse sich nach Meinung des einstigen Italien-, England- und Frankreich-Legionärs "komplett überdenken". Als Beispiel nannte Klinsmann den englischen Verband: "Sie haben erst alles hinterfragt, dann über den Tellerrand hinausgeschaut. Danach haben sie bei der Erneuerung enorm viel Tempo aufgenommen. Die Vereine bauen Wettbewerbe für ihre Jugendmannschaften auf."

Wichtig sei laut Klinsmann auch, die Entwicklung von Talenten zu überdenken. "Wir denken immer: 'Hauptsache, er kann kicken, alles andere ist unwichtig.' Nein, ist es nicht! Ernährung, Schlaf, Fortbildung – das alles ist wichtig. Natürlich gibt es auch in der Bundesliga positive Beispiele dafür, ich denke an Hertha, Hoffenheim oder Leipzig."

Um mit den Topklubs aus England und Spanien mithalten zu können, rät Klinsmann der Bundesliga, auch die 50+1-Regel zu überdenken. "Diese Regel verstehe ich, sie rührt aus dem alten Vereinsgedanken her. Aber Geld von Investoren bekommt man halt nur, wenn sie dann im Verein auch mitreden dürfen. Deshalb ist die Regel ein Nachteil für die Bundesliga auf internationaler Bühne", sagte Klinsmann.

(ce/afp)

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