Symbolbild: epa/Orestis Panagiotou

Auch geschlossene Lager auf unbewohnten Inseln möglich

6.3.2020 6:34 Uhr

Um die neue Flüchtlingskrise zu bewältigen, erwägt die griechische Regierung auch geschlossene Lager auf kleinen, unbewohnten griechischen Inseln zu errichten. «Ich schließe nichts aus», sagte der griechische Migrationsminister Notis Matarakis am Donnerstag auf eine entsprechende Frage des Radiosenders Thema 104,6.

Ursprünglich hatte Griechenlands Premier Kyriakos Mitsotakis angekündigt, geschlossene Lager auf Flüchtlingsinseln wie Lesbos, Samos und Chios zu errichten. Dagegen wehren sich aber die Inselbewohner, die seit 2015 unter der Flüchtlingskrise leiden. Gegenwehr kommt nun auch vom Festland: Matarakis' Ankündigung, ein geschlossenes Lager in der nordgriechischen Gemeinde Serres zu errichten, stieß dort sofort auf erboste Gegenwehr der Anwohner.

Überlastete Migrantenlager

In einem ersten Schritt sollen nun Matarakis zufolge 2000 Flüchtlinge und Migranten die überfüllten Lager von Inseln wie Lesbos, Samos und Chios verlassen und in bestehende Unterkünfte auf dem griechischen Festland gebracht werden. Es handele sich dabei um Menschen, deren Asylverfahren gute Aussichten auf Erfolg hat.

Die Migrantenlager auf den griechischen Ägäis-Inseln sind völlig überlastet. Aktuell leben nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums mehr als 42 500 Migranten auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios. Die Aufnahmekapazität auf den Insel liegt eigentlich nur bei rund 6000 Plätzen.

(an/dpa)

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