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Auch Familienbesuche in die Türkei fallen unter Quarantänepflicht

8.7.2020 16:59 Uhr

Nach dem Treffen zwischen dem deutschen Außenminister Heiko Maas und seinem Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu aus der Türkei hatte eine Äußerung von Maas für Irritationen gesorgt. Es wurde gesagt, dass für türkischstämmige Menschen, die ihre Familie besuchen würden, keine Reisewarnung bestehen würde. Daraus schlossen manche Reisewillige, dass damit auch die Quarantäne wegfallen würde. Das hat das Auswärtige Amt nach einem Offenen Brief von Bülent Bayraktar, Vorsitzendem der Türkischen Gemeinde in der Metropolregion Nürnberg, richtiggestellt. Es besteht demnach auch bei Familienbesuchen die Quarantäne-Pflicht, wenn man keinen negativen PRC-Test und kein ärztliches Attest mit sich führt.

Bülent Bayraktar hatte sich am 3. Juli an den deutschen Außenminister Heiko Maas gewandt und Antworten auf drängende Fragen erbeten. Herrn Bayraktar ging es dabei vor allen Dingen um Klärung im Interesse der türkischstämmigen Menschen in Deutschland, die regelmäßig im Sommer Verwandtenbesuche in der Türkei vornehmen. Die waren nicht zuletzt durch die Aussagen des deutschen Außenministers irritiert, dass für sie die Reisewarnung nicht gelten würde. Die Antwort des Auswärtigen Amtes bringt nun die Klarheit ans Licht, welche Hürriyet.de so bereits mehrfach veröffentlichte.

"Für die Türkei besteht weiterhin eine Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen. Es handelt sich nicht um ein Reiseverbot und niemand wird an einer Reise in die Türkei gehindert. Notwendige private Reisen aus wichtigen Gründen sind im Einzelfall möglich. Dabei bitten wir Sie aber folgendes zu beachten: Für Einreisen aus der Türkei in die Europäische Union gibt es derzeit noch weitreichende Einreisebeschränkungen und es steht noch nicht fest, wann diese gelockert werde. Darüber werden die EU-Staaten gemeinsam entscheiden.", antwortete das Ministerium an Herrn Bayraktar.

Quarantäne-Pflicht besteht auch bei Familienbesuchen in der Türkei

Die Erklärung zur Quarantäne lauten weiterhin wie folgt: "In vielen Bundesländern, auch in Bayern, müssen Personen, die aus der Türkei zurückkehren, sich grundsätzlich für 14 Tage in Quarantäne begeben, weil das Robert-Koch-Institut (RKI) die Türkei als Risikogebiet eingestuft hat. Ausnahmen von der Quarantänepflicht sind möglich, wenn die Reisenden einen vom RKI anerkannten negativen Corona-Test vorweisen können. Der Test darf bei Einreise nach Deutschland nicht älter als 48 Stunden sein. Ärztliche Corona-Tests aus der Türkei werden hierfür anerkannt. Wir sind uns bewusst, dass gerade viele türkeistämmige Mitbürgerinnen und Mitbürger im Sommer in die Türkei reisen, um dort Angehörige zu besuchen. Wir bedauern, dass die Reisewarnung und andere damit verbundene Regelungen, etwa zur Quarantänepflicht bei Rückkehr nach Deutschland diese Reisefreiheit einschränken. Das Auswärtige Amt wird die Lage weiterhin genau beobachten und ggf. prüfen, ob eine vorzeitige Aufhebung der Reisewarnung für die Türkei vor dem 31. August 2020 möglich ist."

Dass diese Aussage nicht auf Begeisterung stößt, war klar. So sagt Bülent Bayraktar dazu: "Die Quarantäne-Pflicht besteht sowohl für Türkei-Urlauber als auch für Familien, die in der Türkei ihre Familien besuchen. Viele Unternehmen drohen ihren Mitarbeitern mit Restriktionen, wenn sie in die Türkei reisen. Eine plausible Erklärung liegt leider immer noch nicht vor. Wir hoffen, dass die Reisewarnung für die Türkei baldmöglichst aufgehoben wird. Eine gemeinsame Gangart der EU-Länder liegt genauso wenig vor wie die Beurteilung nach sachlichen Kriterien." Darum bleibt am Ende des Tages nichts anderes übrig, als auf die EU-Entscheidung zu warten, die wohl am 14. Juli oder 15. Juli bekanntgegeben wird.

(ce)

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