epa/Tolga Bozoglu

Außenminister Cavusoglu empfängt NATO-Generalsekretär Stoltenberg

11.10.2019 12:28 Uhr

Am Freitagmorgen hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Istanbul empfangen.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärte Cavusoglu: "Ich habe Herrn Stoltenberg über die "Friedensquelle"-Operation in Kenntnis gesetzt. Diese Operation zielt darauf ab, unsere nationalen Grenzen, die auch die südöstlichen Grenzen der NATO darstellen, von einer terroristischen Bedrohung zu befreien und ist demnach auch hinsichtlich der Sicherheit des NATO-Gebietes äußerst wichtig."

Jens Stoltenberg betonte, dass kein anderes NATO-Land so sehr unter Terroranschlägen aus dem Mittleren Osten gelitten habe wie die Türkei. "ISIS ist der gemeinsame Feind und immer noch eine Bedrohung. Die bisher erreichten Fortschritte dürfen nicht gefährdet werden. Nordsyrien ist kein Teil er NATO und über die YPG herrscht innerhalb der NATO keine Einigkeit."

"Wir verstehen die legitimen Sorgen der Türkei"

Cavusoglu weiter: "Im Rahmen des Grundsatzes der Unteilbarkeit der Sicherheit ist es unsere natürlichste und legitimste Erwartung, dass sich unsere Alliierten mit uns solidarisieren. Es reicht also nicht zu sagen, "wir verstehen die legitimen Sorgen der Türkei". Wir wollen diese Solidarität klar und deutlich sehen."

Stoltenberg sagte, er habe seine "ernsten Bedenken hinsichtlich einer Destabilisierung der Region" mitgeteilt und habe die türkische Regierung gebeten, "zurückhaltend zu agieren". Er betonte, die Türkei sei ein starker und wichtiger Nato-Verbündeter. Die Nato sei der Sicherheit der Türkei stark verpflichtet. "Wir sind hier, um die Türkei zu beschützen und auch, um uns selbst zu beschützen."

Cavusoglu erklärte die Offensive. Er argumentierte, wenn schon jeder einsehe, dass die Sorgen der Türkei "legitim" seien, dann müsse auch der Kampf gegen den Verursacher der Sorgen legitim sein. "Ihr habt diese Terrororganisation mit Waffen ausgestattet und sie ausgebildet. Das ist nicht mein Problem. Das ist in Wahrheit deine Doppelmoral", fügte er hinzu. Damit bezog sich Cavusoglu auf die Zusammenarbeit des Natopartners USA mit den YPG-Milizen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Türkei hat regelmäßig scharf kritisiert, dass die Kurdenmilizen von den USA Waffen und Training bekamen. Am Nachmittag soll Stoltenberg Präsident Recep Tayyip Erdogan treffen.

(be/dpa/dha)

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