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Attentäter von Sri Lanka studierten im Ausland

24.4.2019 10:51 Uhr

Die Selbstmordattentäter von Sri Lanka hatten im Ausland studiert, wie der Vize-Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene am Mittwoch in einer Pressekonferenz mitteilte. Währenddessen ist die Zahl der Toten mittlerweile auf 359 gestiegen.

Die meisten der Attentäter seien gebildet gewesen und hätten der oberen Mittelschicht angehört, sagte Wijewardene. Einer der Attentäter habe vermutlich in Großbritannien und Australien studiert und sei danach nach Sri Lanka zurückgekehrt.

Es seien insgesamt neun Selbstmordattentäter an den Anschlägen beteiligt gewesen, darunter eine Frau. Acht von ihnen seien bislang identifiziert worden, sagte Wijewardene.

Zeitgleiche Explosionen in drei Kirchen und drei Hotels

Sieben sri-lankische Attentäter hatten sich am Ostersonntag nahezu zeitgleich in drei Kirchen in mehreren Städten sowie in drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo in die Luft gesprengt. Ein weiteres Attentat auf ein Fünf-Sterne-Hotel scheiterte. Einige Stunden später gab es zwei weitere Explosionen in einem kleinen Hotel und einem Wohnhaus in Vororten Colombos. Bei der achten Explosion kamen laut Polizei die Frau, zwei Kinder und ein weiterer Verwandter eines der Attentäter sowie drei Polizisten ums Leben.

Die Zahl der Toten lag nach Polizeiangaben vom Mittwoch bei 359 - darunter mehr als 30 Ausländer. Mehr als 400 Verletzte wurden noch in Krankenhäusern behandelt.

IS reklamiert Tat für sich

Der Islamische Staat (IS) hatte die Anschläge am Dienstag für sich reklamiert. Zu möglichen IS-Verbindungen werde noch ermittelt, sagte Wijewardene. Die Regierung hatte eine wenig bekannte einheimische Islamistengruppe verantwortlich gemacht, mit ausländischer Hilfe die Anschläge verübt zu haben. Als Motiv vermutete die Regierung Vergeltung für den Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März. Es könnten noch Verdächtige auf freiem Fuß sein, erklärte Wijewardene. "Wir bitten die Leute, wachsam zu sein."

60 Festnahmen in Verbindung mit den Attentaten

Es gab den Angaben zufolge seit Dienstagabend zudem 18 neue Festnahmen - deren Zahl stieg damit auf 60. Premierminister Ranil Wickremesinghe hatte am Dienstag erklärt, es seien noch Verdächtige auf der Flucht, von denen manche im Besitz von Sprengstoff seien. Angaben dazu, ob diese unter den jüngst Festgenommenen waren, gab es zunächst nicht.

34 ausländische Opfer

Die Zahl der ausländischen Todesopfer lag nach den jüngsten Zahlen des sri-lankischen Außenministeriums bei 34. Sie stammten aus vielen verschiedenen Ländern - darunter Indien, Großbritannien, die USA, China, die Niederlande, Spanien und die Türkei. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes war auch ein Deutsch-Amerikaner ums Leben gekommen. 14 Ausländer galten noch als vermisst.

(be/dpa)

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