Symbolbild: epa/Orestis Panagiotou

Athener Polizei fürchtet Ausschreitungen

16.11.2019 16:37 Uhr

Die Athener Polizei hat aus Angst vor Ausschreitungen am 46. Jahrestag des Studentenaufstands gegen die einstige Militärdiktatur für Sonntag mehr als 5000 Beamte mobilisiert. Wie der Staatsrundfunk (ERT) am Samstag berichtete, planen Autonome und Anarchisten, das Stadtzentrum ins Chaos zu stürzen. Am 17. November gibt es in Griechenland - ähnlich wie am 1. Mai in Deutschland - neben Gedenkveranstaltungen auch Krawalle.

Die zentrale Gedenkfeier ist für Sonntagabend geplant. Sie mündet traditionell in einem Demonstrationszug bis zur US-Botschaft in Athen. Viele Griechen werfen den USA bis heute vor, die damalige Junta geduldet zu haben.

Erhitzte Gemüter

Die Gemüter sind in diesem Jahr zusätzlich erhitzt, weil die konservative Regierung jüngst das weltweit einzigartige griechische Universitäts-Asyl abgeschafft hat. Die Polizei kann nun bei Unruhen und Kriminalfällen auf dem Campus eingreifen. Bisher war das Betreten den Beamten erst nach einem komplizierten Verfahren möglich, bei dem sowohl das Rektorat als auch Studentenvertreter zustimmen mussten. Linke Studenten und Anarchisten fordern das Asyl zurück.

Der Studentenaufstand von 1973 gilt in Griechenland als der Höhepunkt des Widerstandes gegen die Obristenjunta (1967-1974). Am 17. November verschanzten sich Studenten im Athener Polytechnikum. Mit einem selbstgebastelten Radiosender riefen sie die Bürger zum Aufstand gegen die Diktatur auf. In der Folge griff das Militär mit Gewalt ein - ein Panzer durchbrach den Eingang des Polytechnikums, der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, es gab Tote und Verletzte. Die Junta der Obristen stürzte acht Monate später im Juli 1974.

(an/dpa)

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