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Athen verschärft Ton gegen Ankara

28.3.2019 11:54 Uhr

Der Hubschrauber des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras wurde nach eigenen Angaben von türkischen Kampfjets bedrängt. Nun hat Athen die Aktion über der Ägäis scharf protestiert.

Wie Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos am Mittwoch mitteilte, verurteilte der Ministerpräsident das Vorgehen der Türkei, und das griechische Außenministerium ergriff am Dienstag eine "starke Maßnahme" gegenüber dem türkischen Botschafter in Griechenland. Diplomatenangaben zufolge wurde Burak Özügergin ins Ministerium einbestellt.

Tsipras war am Montag in einem Chinook-Hubschrauber auf dem Weg zur kleinen griechischen Insel Agathonissi in der Nähe der türkischen Küste. "Offenbar wollten die Kampfflugzeuge an unserem Nationalfeiertag teilnehmen", sagte der Regierungschef ironisch. Griechenland erinnert alljährlich mit Militärparaden und anderen Veranstaltungen an den 25. März 1821, als der Aufstand gegen die fast vier Jahrhunderte währende osmanische Herrschaft begann.

Türken zwangen Tsipras zum "Zickzack-Flug"

Tsipras zufolge zwangen die türkischen Maschinen den Piloten seines Helikopters zu einem "Zickzack-Flug", bevor Flugzeuge der griechischen Luftwaffe die türkischen Jets abfingen, die Griechenlands Luftraum verletzten. Griechenland und die Türkei sind beide Mitglied in der Nato-Militärallianz, gelten aus historischen Gründen aber als Erzfeinde.

1996 kam es zwischen den beiden Staaten wegen des Streits um die winzige Felseninsel Imia (türkisch: Kardak) in der südöstlichen Ägäis fast zu einer militärischen Konfrontation, die erst nach massivem Druck der USA abgewendet wurde. Hauptstreitpunkt zwischen beiden Ländern ist der Zypern-Konflikt. Die Insel ist seit 1974 geteilt. Türkische Truppen besetzten in Reaktion auf einen von der ehemaligen griechischen Militärjunta unterstützten Putsch den Nordteil. Zypern ist Mitglied der EU, der Nordteil wird nur von der Türkei anerkannt.

(an/afp)

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