epa/Yannis Kolesidis

Athen und London führen Flüchtlingsfamilien zusammen

13.5.2020 15:38 Uhr, von Andreas Neubrand

Eine Gruppe von 50 Flüchtlingen und Asylbewerbern flog am Montag von Griechenland nach Großbritannien, um dort mit ihrer Familie zusammengeführt zu werden. Dies war durch den Reisebann in der Corona-Pandemie erschwert worden. Zu der Gruppe gehören 16 unbegleitete Flüchtlinge.

Rund 130 griechische Staatsangehörige, die wegen der Sperrungen durch die Corona-Pandemie in Großbritannien gestrandet sind, werden auf dem Rückflug wieder in ihre Heimat gebracht.

Griechenland will Flüchtlinge in der EU verteilen

Griechenland hofft, in den nächsten Monaten rund 1.600 schutzbedürftige Personen aus seinen Flüchtlingslagern auf die restlichen EU-Länder zu verteilen. Die Gruppe wurde gemäß dem Dublin-Vertrags umgesiedelt. In dem Vertrag heißt es, dass es die Familienzusammenführung erleichtert, wenn sich bereits ein Verwandter im Bestimmungsland befindet.

Geplant war die Zusammenführung schon für den März. Doch aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus wurde die Zusammenführung ausgesetzt. In Griechenland wurde die Beschränkung am 4. Mai teilweise gelockert.

"Heute ändern wir das Leben der Menschen, die ausreisen"

"Heute ändert sich das Leben der Menschen, die ausreisen", so der stellvertretende Minister für Migration, Giorgos Koumoutsakos: "Das Coronavirus war eine zusätzliche logistische Herausforderung, aber wie sie sehen, war es kein Hindernis."

Die Geschäftsführerin des Flüchtlingshilfswerks Safe Passage International, Beth Gardiner-Smith, unterstützt die Initiative. In einer Pressemitteilung sagte sie: "Griechenland und Großbritannien haben trotz der Reisebeschränkungen echte Führungsqualitäten bewiesen, um die Familien zusammenzuführen."

Hunderttausende Migranten und Flüchtlinge, die vor Krieg, Armut und Perspektivlosigkeit fliehen, nutzen Griechenland als Sprungbrett in die EU. Doch viele EU-Länder kapitulieren vor der Flut an Asylanträgen.

Die Zusammenführung wurde auch von zwei Mitgliedern des britischen Oberhauses unterstützt. "Ich hoffe, es ist nur ein Anfang. Es gibt andere Kinder in Europa, die sich wünschen, ihre Familien wieder zu sehen. Außerdem gibt es Kinder in den griechischen Lagern, die zwar keine Familien in Europa haben, die aber auch unsere Hilfe brauchen", so Lord Alf Dubs.

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