Symbolbild: epa/Stratis Balaska

Athen bringt Migranten aufs Festland

2.9.2019 19:09 Uhr

Die griechische Regierung hat am Montag damit begonnen die überfüllten Flüchtlingslager im Osten der Ägäis zu entlasten und Hunderte Migranten aufs Festland gebracht. Am Morgen startete auf der Insel Lesbos eine Fähre mit 640 Migranten, sie sollen nördlich der Hafenstadt Thessaloniki untergebracht werden.

Hunderte weitere Migranten sollen nachmittags mit einer anderen Fähre folgen, wie die Regierung mitteilte. Insgesamt sollten nach Berichten des Staatsfernsehens allein am Montag 1500 Migranten die Inseln verlassen, überwiegend Minderjährige, Frauen und Familien sowie kranke Menschen.

Hunderte Migranten aus der Türkei

In den vergangenen Tagen hatten Hunderte Migranten aus der Türkei nach Griechenland übergesetzt. Auf den Inseln der Ostägäis sind zurzeit knapp 25 000 Menschen untergebracht. Die Lager auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos haben aber nur eine Aufnahmekapazität für 6338 Menschen. Als im März 2016 das Abkommen EU-Türkei zur Rückführung der Migranten in Kraft trat, lebten in den Lagern der Ägäisinsel nur etwa 5800 Menschen.

Die EU hatte 2016 mit der Türkei vereinbart, dass alle Migranten, die aus der Türkei zu den Inseln übersetzen und kein Asyl in Griechenland bekommen, in die Türkei zurückgeschickt werden können, sollten sie kein Asyl in Griechenland bekommen. Die Asylanträge werden wegen Personalmangels aber nur schleppend bearbeitet. Die konservative Regierung in Athen hat wiederholt erklärt, das Verfahren beschleunigen zu wollen.

(an/dpa)

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