Symbolbild: epa/Mohammed Badra

Assads Truppen sind in Idlib

7.5.2019 17:27 Uhr

Nach Angaben von Beobachtern ist die syrische Armee in die letzte größere Rebellenenklave des Landes in der Region Idlib im Nordwesten vorgestoßen. Die Truppen hätten die Dörfer Al-Dschanabara und Tel Othman eingenommen, berichtete die regierungsfreundliche Tageszeitung "Al-Watan" am Dienstag.

Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte eroberte das Militär lediglich Tel Othman. Neun Zivilisten seien nach Mitternacht durch Bombardement getötet worden, Hubschrauber hätten Fassbomben abgeworfen.

Paris besorgt über Angriffe

Die wichtigste Rebellengruppe in der Region ist Tahrir al-Scham, zu der auch die früher mit Al-Kaida verbündete Nusra-Front zählt. Sie hatte am Montag erklärt, sie werde jeglichem Vorstoß der Armee mit "Eisen und Feuer" begegnen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte sich besorgt über die Angriffe der syrischen Truppen in Idlib. "Die Attacken des Regimes und seiner Verbündeten, unter anderem auch auf Krankenhäuser, haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Zivilisten getötet", schrieb er auf Twitter.

In der Region Idlib sind nach Angaben der Vereinten Nationen drei Millionen Menschen beheimatet, von denen seit Kriegsbeginn die Hälfte bereits mindestens einmal aus ihren Häusern flüchten musste. Sollte es zu schwereren Kämpfen in dem Gebiet kommen, drohe eine neue humanitäre Katastrophe, warnten die UN.

(an/reuters)