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Armenier-Frage: Türkei weist Frankreichs Gedenktag-Pläne zurück

6.2.2019 11:59 Uhr

Frankreichs Präsident Macron plant, den 24. April zum nationalen Gedenktag für den armenischen Genozid zu machen. Die Türkei weist die Pläne aufs schärfste zurück.

Macron teile seine Pläne am späten Dienstagabend via Twitter mit. Anlass war ein Auftritt vor der armenischen Gemeinschaft in Paris. «Frankreich schaut der Geschichte ins Gesicht», erklärte Macron.

Türkei weist Macrons Gedenktag-Plan zurück

Die Türkei in Form von Präsidentensprecher Ibrahim Kalin wies die Pläne auf schärfste zurück. Sein Land verurteile dieses Vorhaben, sagte Ibrahim Kalin am Mittwoch.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu sagte er weiter: «Die Behauptung eines sogenannten Genozids ist eine politische Lüge ohne rechtliche Grundlage, die historischen Tatsachen widerspricht.»

Während des Ersten Weltkrieges waren Armenier systematisch verfolgt worden. Schätzungen zufolge kamen 1915/1916 im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier ums Leben. Die Südkaukasusrepublik Armenien fordert seit langem von der Türkei, dem Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches, die Gräueltaten als Genozid anzuerkennen. Die Türkei lehnt das jedoch ab.

Im Juni 2016 hatte auch der Bundestag in Berlin beschlossen, die Gräueltaten als Völkermord einzustufen. Ankara zog deswegen zeitweise den Botschafter aus Berlin ab. Mit der Erklärung, die Resolution sei nicht rechtsverbindlich, entschärfte die Bundesregierung den Streit später.

(be/dpa)