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Armenien und Aserbaidschan suchen Lösung

29.3.2019 18:46 Uhr

Die beiden Kaukasusregion Armenien und Aserbaidschan wagen einen neuen Anlauf für die Lösung im Konflikt über Berg-Karabach. Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan sagte am Freitag nach einer Unterredung mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev der Agentur Tass zufolge, das Treffen sei gut verlaufen.

Details der rund zweistündigen Gespräche in Wien wurden zunächst nicht bekannt. Aliyev teilte auf seiner Internetseite mit, es sei über die Beilegung des Konflikts diskutiert worden.

Das Treffen kam unter der Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zustande. Bislang gab es nur wenige Spitzentreffen dieser Art.

Konflikt seit dem Ende der UdSSR

Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, wird aber seit dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion von Armenien kontrolliert. Immer wieder kommt es zu blutigen Auseineinandersetzungen zwischen Karabach-Armeniern und aserbaidschanischen Truppen. Experten warnen, die Kämpfe könnten jederzeit wieder aufflammen. Russland ist die Schutzmacht des christlich geprägten Armeniens. Die Bevölkerung von Aserbaidschan ist überwiegend islamisch geprägt.

In dem eingefrorenen Konflikt vermittelt seit Jahren die Minsker Gruppe der OSZE, zu der auch Deutschland gehört. Die gebirgige Region im Südkaukasus ist kleiner als Schleswig-Holstein.

Armeniens Ministerpräsident Paschinjan hatte im Januar der Deutschen Presse-Agentur gesagt, sein Land sei gewillt, den Konflikt auf friedlichem Wege zu lösen. Er stellte aber auch klar: "Es ist nicht möglich, diesen Konflikt zu lösen, ohne das Recht des berg-karabachischen Volkes auf Selbstbestimmung anzuerkennen."

(an/dpa)