epa/Juan Ignacio Roncoroni

Argentinien kann sich nicht mit Gläubigern einigen

5.5.2020 9:10 Uhr

Die drei größten Gläubigergruppen haben wenige Tage vor dem Ablauf der Frist das Angebot der argentinischen Regierung zur Restrukturierung der Staatsschulden abgelehnt. «Wir können das Umschuldungsangebot nicht annehmen, weil es den Eignern argentinischer Staatsanleihen disproportionale Verluste aufbürdet, die weder gerechtfertigt noch notwendig sind», hieß es am Montag in einer gemeinsamen Erklärung.

Sie seien allerdings zu weiteren Verhandlungen bereit. Zu den Gläubigern gehören unter anderem die Investmentkonzerne Blackrock, Fidelity, Greylock Capital und Ashmore.

Argentinien steckt in einer schweren Finanzkrise

Argentinien steckt in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate in der zweitgrößten Volkswirtschaft Südamerikas betrug zuletzt mehr als 50 Prozent, für das laufende Jahr rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 5,7 Prozent. Die Regierung in Buenos Aires will Kredite in Höhe von 68 Milliarden US-Dollar (knapp 62 Mrd Euro) restrukturieren und hatte den privaten Gläubigern ein Umschuldungsangebot unterbreitet. Die Offerte sieht einen Schuldenschnitt und ein Zahlungsmoratorium bis 2023 vor. Das Angebot läuft am Freitag aus. Gelingt keine Einigung, droht Argentinien erneut die Staatspleite.

«Die Zeit der Illusionen ist vorbei», schrieb Argentiniens Wirtschaftsminister Martín Guzmán nun in einem Gastbeitrag für die Zeitung «Financial Times». «In der neuen Welt von Covid-19 können wir nicht weiterhin 20 Prozent oder mehr der staatlichen Einnahmen für den Schuldendienst aufwenden, wie einige Gläubiger tatsächlich fordern. Das ist schlichtweg unmöglich.»

(an/dpa)

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