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Arbeitslos auf Grund von Corona – Das kann man tun

23.10.2020 7:12 Uhr

Mit der Corona Pandemie kam nicht nur die Infektion in die gesamte Welt, sondern es folgten Lockdowns und eine Wirtschaftskrise, die beträchtlich ist. Wie es bei solchen Krisen immer die Folge ist, kommt es auch hier vor, dass viele Unternehmen Mitarbeiter entlassen. Diese müssen nun mit der Situation zurechtkommen und nach beruflichen Neueinstiegen oder Alternativen suchen. Der nachstehende Artikel befasst sich mit den möglichen Hilfen, die finanzieller und praktischer Art sind.

Agentur für Arbeit als erster Schritt

Der Arbeitssuchende sollte den ersten Schritt natürlich zur Agentur für Arbeit machen. Von dieser erhält der Arbeitslose nach Antragstellung auch sein Arbeitslosengeld. Die Institution unterstützt den Arbeitssuchenden aber wesentlich mehr. Sie kann nämlich Hilfen finanzieren, die in den Bereich des Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheins (AVGS) oder sogar Bildungsgutscheins fallen. Dazu ist ein Gespräch bei dem zuständigen Sachbearbeiter im Jobcenter notwendig und meistens auch eigenständig von der Agentur für Arbeit vorgesehen beziehungsweise terminiert. Die Förderungsmöglichkeiten sind etwas unterschiedlich und sollen nachstehend kurz erklärt werden, damit der Interessierte weiß, welche für ihn und seiner Situation am besten in Frage kommt.

Aktivierungsgutschein

Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, zu der der Aktivierungsgutschein gehört, führen bestimmte Träger durch. Bei dieser Maßnahme geht es um die berufliche Qualifizierung oder auch Vermittlung in eine neue Arbeitsstelle. Der Träger der Maßnahme sollte gemäß der Agentur für Arbeit förderungsfähig sein. Dieses ist also zunächst vom Arbeitssuchenden zu prüfen.

Am besten nimmt er mit dem Bildungsträger Kontakt auf und lässt sich informieren sowie beraten. Liegen die Voraussetzungen vor, bespricht er dies mit dem Sachbearbeiter des Jobcenters und beantragt die Maßnahme entsprechend. Passt alles, wird sie in der Regel gefördert und schriftlich mittels Bewilligungsbescheids bestätigt.

Falls zusätzliche Kosten für Fahrten und Kinderbetreuung entstehen, können diese ebenfalls nach Antragstellung bewilligt und übernommen werden. Hierbei gilt immer, dass der Hilfesuchende den Antrag vor der Maßnahme stellen sollte.

Zu den förderfähigen und wichtigen Maßnahmen gehören beispielhaft die folgenden:

  • Bewerbungstraining und -coaching
  • Kurse wie "Aktivierung für den Beruf", Basiskompetenzen zur Digitalisierung, Kurse für Business-Englisch, Einzelhandel und viele andere

Diese Kurse sind je nach Hintergrund und Zielsetzung für jeden Arbeitssuchenden unterschiedlich wichtig. Er sollte sich deswegen Gedanken machen, ob er sich in seinem Beruf verbessern oder sogar weiterqualifizieren möchte, um in einen anderen Bereich hineinzukommen.

Möchte er sich mit einer ganz anderen Art weiterqualifizieren, könnte hingegen der Bildungsgutschein in Frage kommen.

Vermittlungsgutschein

Ist sich der Arbeitssuchende sicher, dass er eigentlich in seinem Tätigkeitsbereich bleiben möchte und lediglich nur einen neuen Arbeitgeber sucht, kann für ihn die private Vermittlung in Frage kommen. Auch hier muss die Hilfe durch den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein förderfähig sein.

Bei dieser Hilfe vermischen sich manchmal auch die Arten, da immer wieder auch die persönlichen Bewerbungsunterlagen und das Vorstellungsgespräch Thema sind, zu dem der private Vermittler hilfreiche Tipps abgibt. Ziel ist es schließlich, dass der Teilnehmer in eine sozialpflichtige Arbeitsstelle vermittelt wird. Erst damit hat der Vermittler Erfolg und erhält eine entsprechende Vergütung von der Agentur für Arbeit.

Bildungsgutschein

Der Bildungsgutschein gilt auch für Arbeitssuchende. Hier ist eine Weiterbildung oder Umschulung förderfähig, die bei einem anerkannten Bildungsträger durchgeführt werden muss. Wichtige Voraussetzung für die Agentur für Arbeit ist zudem, dass die Weiterbildung beziehungsweise Umschulung in der Form notwendig ist, um mit ihr die Arbeitslosigkeit zu beenden. Das andere Merkmal der Maßnahme ist, dass er einen neuen oder überhaupt erst einen Beruf erlernt und somit ein tatsächlich anerkanntes Zertifikat erhält.

Diese Maßnahme ist also für diejenigen interessant, die bereits festgestellt haben, dass ihr Bereich weniger gefragt ist und die Jobaussichten dauerhaft schlecht sind. Auch bei dem Bildungsgutschein braucht sich der Durchführende keine Sorgen zu machen, denn die Lehrgangs- und Prüfungskosten werden in der Regel komplett übernommen. Weitere Kosten für Fahrten zum Bildungsträger oder auch Kinderbetreuungskosten können übernommen werden.

Andere Hilfen

Wer schnell in einen Job hinein möchte, der sollte sicherlich die private Vermittlung vorziehen. Er kann und sollte aber auch selbst aktiv werden und seine bestehenden Möglichkeiten ausnutzen. Der Bewerber sollte deswegen die sozialen beruflichen Netzwerke nutzen oder sein dortiges Profil aktualisieren. Dazu gehören Xing oder auch LinkedIn.

Es gibt neben der Jobbörse der Agentur für Arbeit zudem andere wichtige Jobbörsen, die deutschlandweit oder auch regionale Jobs in ausreichender Anzahl zeigen. StepStone, Monster, Gehalt und andere sind nur einige Beispiele dafür, wie der Arbeitssuchende selbst aktiv werden kann.

Falls der Arbeitssuchende bereit ist, zunächst etwas weniger zu verdienen, sollte er an das Personalleasing (Zeitarbeit) denken. Die Zeitarbeitsfirmen helfen schnell und auch unkompliziert, damit der Arbeitssuchende in Anstellung kommt und bei den Kundenfirmen zum Einsatz. Manchmal ergibt sich dann die Möglichkeit, dass Suchende von diesen Firmen später übernommen werden. Je nach Situation ist diese Variante interessant, da Unternehmen in unsicheren Zeiten gerne auf die Zeitarbeit setzen. Dies macht sie insgesamt flexibler.

Manche Firmen arbeiten aber auch grundsätzlich wegen der Flexibilität stets mit einem starken Anteil an Zeitarbeitern. Die Durchführung der Vorstellungsgespräche bei den Personalleasingfirmen ist ebenfalls unkompliziert. Entweder möchte der Bewerber klassisch einen Termin vereinbaren oder er findet sich direkt in einer Niederlassung mit seinem Lebenslauf und Zeugnissen in der Hand dort ein. Ggf. muss er etwas warten, aber in der Regel wird das Vorstellungsgespräch immer durchgeführt.

Fazit

Der Arbeitslose darf an der Situation des Jobverlustes nicht verzweifeln. Dafür sprechen auch die allgemeinen Einbrüche während der Corona Pandemie, die je nach Branche besonders hart sind. So kann sich der Arbeitssuchende sichern sein und sich darüber hinwegtrösten, dass er mit seiner Situation nicht alleine dasteht. Er sollte auf jeden Fall aktiv sein, die Zeit der Arbeitslosigkeit nutzen und sich ggf. weiterbilden.

Das ist nicht nur für ihn persönlich wichtig, sondern macht sich in seinem Lebenslauf immer gut. Wer die Maßnahmen erhält, sollte auf jeden Fall zusätzlich die anderen Kanäle und Möglichkeiten ausschöpfen, um sich über die beruflichen Netzwerke zu präsentieren und auch selbst einen Arbeitgeber suchen.

Wer jedoch die Weiterbildungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen nicht durchführen möchte, sollte direkt Bewerbungen versenden, die private Vermittlung oder das Personalleasing in Anspruch nehmen.

(Hürriyet.de)

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