dha

Apotheker legen Beschwerde gegen Kräuterläden ein

20.8.2019 12:17 Uhr

Kräuterläden – sogenannte "Aktars" bieten alles vom Gute-Nacht-Tee bis hin zu exotischen Kräutermischungen, die gegen allerlei Beschwerden helfen sollen. Doch so faszinierend die kleinen Geschäfte mit den wohlduftenden und mysteriösen Fässern voll unbekannter Kräuter auch sein mögen, so verbergen sich in den Fässern so manches Mal auch Risiken. Darauf weisen nun Apotheker hin, die sich im Parlament an die Abgeordneten wandten.

Die Apotheker wiesen während einer Debatte der Gesundheitskommission im Parlament darauf hin, dass die Kräuter in den Aktars unter ungünstigen Bedingungen gelagert werden würden und die Verkäufer zudem nicht auf mögliche gesundheitliche Risiken hinweisen würden.

Getrocknete Auberginen, Chilis und Co. im Aktar

Gesundheitliche Risiken in unbekannten Mischungen

"In den Aktars werden Kräutermischungen verkauft, die gesundheitliche Risiken für die Käufer bergen können. Beispielsweise verkaufen die Läden eine als "Wintertee" verkaufte Mischung mit Echinacea – aber niemand weist die Käufer darauf hin, dass das Einnehmen von Echinacea über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen zu einer Leberschädigung und im schlimmsten Fall sogar zu Organversagen führen könnte. Apotheker wissen um die Wirkungen der verschiedenen Kräuter und können die Kunden dementsprechend aufklären", so Prof. Dr. Iffet Irem Tatli Cankaya von der Hacettepe Universität in Ankara während der Präsentation.

Auch Prof. Dr. Ekrem Sezik von der Istanbuler Yeditepe Universität zeigt sich besorgt: "Sie verkaufen alles unkontrolliert und leider sieht der Staat dies nicht."

Auch die unsachgemäße Lagerung ist ein Problem. "Ich habe gesehen, wie ein Aktar-Verkäufer in Antakya Kräuter aus einem Sack herausholte. Die Hälfte des Inhalts war von Schimmelpilzen überzogen. Und als ich dem Verkäufer darauf hinwies und ihn aufforderte, die gesamten Kräuter wegzuwerfen, antwortete er mir "Davon passiert nichts, das macht die Kräuter noch besser", erzählte Prof. Dr. Mustafa Aslan von der Gazi Universität in Ankara.

Worauf sollte man als Tourist achten?

Die Kräuterläden sind für Urlauber meist in "Muss" im Türkei-Urlaub. Und daran ist auch nichts Schlimmes, solange man sich damit begnügt, das Kräuterkabinett zum Kochen aufzustocken. Geht es jedoch um "magische Spezialmischungen", die gegen Wehwehchen helfen sollten, ist eine gesunde Portion Skepsis angebracht. Im schlimmsten Fall könnten diese Mischungen gesundheitsgefährdend sein – oder aber man wird buchstäblich für eine Handvoll Kamillenblüten über den Tisch gezogen.

Zeigt sich Feuchtigkeit oder Fliegenbefall, gilt es lieber zu verzichten

Bevor man also im Kräuterlädchen zuschlägt, lohnt sich ein genauer Blick in die Fässer und Töpfchen. Die Kräuter und Pulver sollten unbedingt komplett trocken sein und nicht muffig riechen.

(be)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.