epa/Omer Messinger

Apell für besseren Klimaschutz

30.10.2019 14:16 Uhr

Carola Rackete, die ehemalige Seenotretterin und aktuelle Klimaaktivistin, hat ein entschlossenes Handeln gegen die Klimakrise gefordert. "Wir sind an einem gesellschaftlichen Punkt, an dem wir uns fragen müssen: Wollen wir als Menschheit auf diesem Planeten noch weiter leben?", sagte Rackete am Mittwoch in Berlin.

Die Krise sei existenziell. Es könne nicht mehr um Gewinne von Unternehmen oder den wirtschaftlichen Wettbewerb von Nationalstaaten gehen.

Der Klimawandel werde ohne starke Maßnahmen Konflikte um Ressourcen wie Wasser auslösen und massive Fluchtbewegungen auslösen. Es gibt laut Rackete nur zwei Möglichkeiten: eine radikale Transformation der Gesellschaft oder den Kollaps. Dabei nahm sie vor allen Dingen die westlichen Industriestaaten in die Pflicht. "Wer etwas zerstört, hat auch eine Verantwortung", sagte sie mit Blick auf den historischen Ausstoß von Treibhausgasen.

Kapitänin des Rettungsschiffs "Sea-Watch 3"

Rackete war als Kapitänin des Rettungsschiffs "Sea-Watch 3" bekannt geworden. Die Niedersächsin war Ende Juni mit Dutzenden Migranten an Bord ohne Erlaubnis der Regierung in Rom in italienische Gewässer und in den Hafen von Lampedusa gefahren. Sie wurde daraufhin vorübergehend festgenommen.

In Berlin stellte sie ihr Buch "Handeln statt hoffen - Aufruf an die letzte Generation" vor. Darin ruft sie zu zivilem Ungehorsam und Massenprotesten auf. Das aktuelle wirtschaftliche und politische System müsse gestört werden. Nur so könne auf die schnellen Veränderungen gedrängt werden, die zum Schutz der Umwelt nötig seien. "Wir können nicht länger warten, wir sind die letzte Generation, die noch effektiv die Folgen der ökologischen Katastrophe abmildern kann", schreibt Rackete.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.