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Anzac-Day: Ankara, Wellington und Canberra gedenken gefallener Soldaten im Ersten Weltkrieg

27.4.2020 15:27 Uhr, von Andreas Neubrand

Von zu Hause aus haben die Türkei, Australien und Neuseeland ihren Soldaten gedacht, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Durch die Ausbreitung des Coronavirus ist ein normales Gedenken wie in den früheren Jahren nicht möglich.

Normalerweise nehmen bei dem Anzac-Tag Tausende Australier oder Neuseeländer teil. Doch dieses Jahr waren nur einige wenige Diplomaten zugegen. Die Zuschauer mussten in diesem Jahr zu Hause bleiben und konnten die Zeremonie lediglich im Fernsehen verfolgen. Trotzdem standen viele Menschen im Morgengrauen in ihren Einfahrten und zollten den Gefallenen Tribut. Auch die sozialen Medien wurden genutzt, um die Gefallenen zu ehren.

Anzac-Tag am 25. April

Der Anzac-Tag wird jährlich am 25. April begangen. Er ist der nationale Gedenktag für Soldaten des australischen und neuseeländischen Armeekorps (Anzac), die bei der Schlacht von Canakkale gefallen sind.

Der australische Premierminister Scott Morrison sprach vor einem leeren Auditorium im War Memorial in Canberra. "In diesem Jahr wurde die Tradition des Anzac-Tag unterbrochen. Nicht zum ersten Mal. Auch am Anzac-Tag 1919 gab es keine Paraden. Der Grund war, dass die Australier gegen die spanische Grippe kämpfen mussten", so Morrison.

Schweigeminute für gefallene Soldaten

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern postete auf Instagram ein Bild, auf dem sie zusammen mit ihrem Vater und ihrem Partner vor dem Premier House in Wellington steht. "Es war wirklich bewegend, all die Bilder von Kiwis zu sehen, die im Morgengrauen Spalier stehen, um den Anzac-Tag zu feiern", schrieb sie auf Instagram.

Auch in der Türkei wurde der 105. Jahrestag der Schlacht von Canakkale aufgrund der Coronavirus-Pandemie still gefeiert. Aus diesem Grund haben sich in diesem Jahr am Märtyrerdenkmal auf der Gallipoli-Halbinsel in Canakkale wenig Teilnehmer bei der Zeremonie eingefunden. Soldaten und Zivilisten legten Kränze am Atatürk-Denkmal nieder. Danach gab es eine Schweigeminute für die gefallenen Soldaten.

Auch die Türkei verneigt sich vor ihren Soldaten

Am 25. April gedachte der türkische Präsident den gefallenen Soldaten von vor 105 Jahren. "In unserer gesamten Geschichte war es immer unser Ziel, unsere Unabhängigkeit und unseren Frieden zu bewahren. Trotz aller Schwierigkeiten sind wir entschlossen, den Kampf fortzusetzen, bis wir wieder in Ruhe und Frieden leben können", so Recep Tayyip Erdogan in einer Erklärung.

Die Schlacht von Canakkale fand 1915 in der nordwesttürkischen Provinz Canakkale im Bezirk Gallipoli statt. Sie markierte eine Wende zugunsten der Türken gegen die alliierten Streitkräfte. Zehntausende türkische Soldaten fielen Seite an Seite mit Zehntausenden Europäern, etwa 8.000 Australiern und fast 3.000 Neuseeländern in dieser Schlacht.

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