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Anwalt: Stephan E. will Geständnis ablegen

28.11.2019 18:18 Uhr

Sein erstes Geständnis im Mordfall Lübcke hatte der Hauptverdächtige Stephan E. überraschend wieder zurückgezogen. Jetzt kündigt sein Anwalt ein neues Geständnis an.

"Mein Mandant hat mich gebeten, dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof mitzuteilen, dass er ein ausführliches Geständnis abgeben möchte und nun endlich die Wahrheit über die Tatnacht ans Tageslicht bringen will", erklärte Pflichtverteidiger Frank Hannig am Donnerstag. Mit dem Geständnis wolle E. "alle noch offenen Fragen über den Tathergang klären". Zuvor hatte der NDR darüber berichtet.

Rechtsextremer Tathintergrund

Der Verdächtige Stephan E. soll vor knapp einem halben Jahr den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) auf dessen Terrasse im Landkreis Kassel mit einem Kopfschuss getötet haben. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat aus.

Er hatte die Tat zunächst gestanden, dann das Geständnis zurückgezogen. Einen Termin für eine erneute Einlassung gibt es laut seinem Anwalt noch nicht. Auch inwiefern sich seine neue Äußerung vom damaligen Geständnis unterscheidet, ist unklar.

Ein zweiter Mann am Tatort?

"Man wird kaum davon ausgehen können, dass Herr E. gar nichts mit der Tat zu tun hat", sagte sein Anwalt Hannig dem NDR-Magazin Panorama: "Das heißt, die Erwartung, er würde jetzt plötzlich sagen, er war überhaupt nirgendwo dabei, dürfte unrealistisch sein." Der Anwalt geht demnach davon aus, dass ein zweiter Mann am Tatort gewesen sein könnte. Der zuständige Generalbundesanwalt kommentierte die Ankündigung eines weiteren Geständnisses nicht. Man äußere sich nicht zu laufenden Verfahren, sagte ein Sprecher.

Als dringend tatverdächtig gelten neben Stephan E. weiterhin Markus H. und Elmar J., gegen die wegen Beihilfe zum Mord ermittelt wird. H. stellte demnach den Kontakt zu J. her, der Stephan E. die Tatwaffe verkauft haben soll. Nach dpa-Informationen steht die Anklage gegen die drei Männer kurz bevor. Um den Jahreswechsel herum soll sie erhoben werden. Den Verdächtigen wird voraussichtlich gemeinsam der Prozess gemacht. Zuständig ist das Oberlandesgericht Frankfurt.

(be/dpa)

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