imago images / photothek

Antisemitistische Straftaten um 20 Prozent gestiegen

14.5.2019 17:42 Uhr

Deutschland steht im Kampf gegen Antisemitismus vor einer großen Herausforderung. Im Vergleich zu 2017 sind im vergangenen Jahr 2018 die Fallzahlen um 20 Prozent auf 1800 Straftaten angestiegen. Dabei wurden rund 90 Prozent aller antisemitisch motivierten Delikte von Rechtsextremisten begangen.

Antisemitische Kriminalität ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Die Zahl entsprechender Straftaten stieg 2018 gegenüber dem Vorjahr um knapp 20 Prozent auf 1800 Fälle an, wie aus der Statistik zur Politisch Motivierten Kriminalität hervorgeht, die Innenminister Horst Seehofer am Dienstag vorstellte. Etwa 90 Prozent der Taten wurden danach von Rechtsextremisten begangen. "Das ist eine Entwicklung, der wir uns gerade in unserem Land mit allen Mitteln entgegenstellen müssen - sowohl mit polizeilichen Instrumenten als auch in der Gesellschaft insgesamt", sagte Seehofer. Der Chef des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, erklärte, es gebe nicht unbedingt mehr Rechtsextremisten, aber die Radikalität nehme zu. "Deshalb müssen wir hier auch sehr, sehr wachsam sein."

Insgesamt ging die politisch motivierte Kriminalität zurück. Die Zahl der Fälle sank um knapp neun Prozent auf 36.000. Kanzlerin Angela Merkel forderte einen entschiedenen Kampf gegen Antisemitismus. "Wir stehen alle in der Pflicht und Verantwortung, die Werte und Grundrechte zu schützen", sagte sie bei der Bundesstiftung Integration mit Blick auf die im Grundgesetz festgelegten Menschen- und Grundrechte. "Das gilt besonders dann, wenn wir uns Rassismus, Antisemitismus, Hass und Gewalt entgegenstellen müssen - und zwar mit allen Mitteln, die uns der Rechtsstaat zur Verfügung stellt."

(ce/Reuters)