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Antike Hafenstadt​ Knidos ist wieder geöffnet

21.6.2020 15:12 Uhr

Wegen Arbeiten zur weiteren Belebung der antiken Stadt und zuletzt auch wegen COVID-19 war Knidos geschlossen. Nun dürfen Besucher wieder auf Erkundungstour gehen.

Zentrum von Kunst, Kultur und Handel

Die 2.600 Jahre alte, einstige Hafenstadt Knidos liegt auf der Datca-Halbinsel genau an der Stelle, an der sich das Mittelmeer und die Ägäis treffen. Die Highlights der großen antiken Stätte, von der aus man das Meer überblickt, sind zwei Amphitheater und zwei Häfen.

Ruinen in Knidos (Bild: imago images/ VWPics)

Bekannt war Knidos durch seine Ärzteschule und ein Aphroditen-Heiligtum mit der Aphroditenstatue des Praxiteles. Der Bildhauer war einer der Berühmtheiten der Stadt, die einst Zentrum von Kunst, Kultur und Handel war. Angesehene Astronomen, Mathematiker, Maler und Philosophen lebten dort außerdem. Auch Polygnotos, der Architekt des Leuchtturms von Alexandria, war dort beheimatet.

Schon in der Antike ein Touristenmagnet

In erster Linie aufgrund von Erneuerungs- und weiteren Ausgrabungsarbeiten, welche die antike Stätte für Besucher noch aktiver und erlebenswerter machen sollten, war Knidos eine Zeit lang geschlossen. Der Chef der Ausgrabungen, Universitätsprofessor Ertekin Doksanalti hat sich dazu geäußert. Er betonte, dass Knidos nicht erst seit einigen Jahren, sondern schon viele Jahrhunderte lang im Fokus von Besuchern und Reisenden liegt. Einen Grund dafür sieht er auch in der besonderen Lage, praktisch zwischen Mittelmeer und Ägäis, welche die beiden Häfen der Stadt erklärt.

Aphroditenstatue (Bild: imago images/ Artokoloro)

Grund dafür, dass Knidos schon in der Antike einen Zustrom von Touristen verzeichnete, war die bereits erwähnte Aphroditenstatue. Die Göttin der Liebe war die erste Göttin, die nackt dargestellt wurde, wovon sich damals praktisch jeder mit eigenen Augen überzeugen wollte.

Doksanalti wies auch darauf hin, dass sich Knidos damals in vielen Bereichen schnell entwickelte und beinahe überall eine Pionierfunktion innehatte. Er sagte: "Es war eine der modernen Stätten der damaligen Zeit, dies auch dank der dort tätigen Richter, die für Gerechtigkeit und Frieden sorgten. Die ersten Ansätze der Demokratie wurden in der Stadt gemacht." Außerdem wurden in Knidos auch Olivenöl und Wein hergestellt. Das zwischen Regionen aufgebaute Handelsnetzwerk war vorbildlich.

Einlass nur mit Mundschutz

Wer Knidos besichtigen möchte, muss die überall im öffentlichen türkischen Raum üblichen Schutzvorkehrungen einhalten. So ist das Tragen eines Schutzes vor Mund und Nase erforderlich. Den Mindestabstand zu anderen Personen einzuhalten dürfte aufgrund der Größe der Stätte nicht schwer sein. Der Eintritt kostet 5 TL, die Benutzung des Parkplatzes ist kostenfrei.

(jk)

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