DHA

Anteil erneuerbarer Energien in der Türkei steigt

4.5.2020 7:31 Uhr

Fast die Hälfte des Stroms, der in der Türkei im April ins Netz gespeist wurde, bestand aus Strom, der durch erneuerbare Energie erzeugt wurde. Dabei setzt das Land auf Strom aus Wasserkraftwerken und Energie, die aus Windkraftwerken entsteht. Dabei hat der Anteil an Windenergie bereits den Anteil von Strom aus Erdgasanlagen übertroffen. Das zumindest offenbaren Daten, die vom Ministerium für Energie und natürliche Ressourcen am 02. Mai veröffentlicht wurden.

Die Stromerzeugung im April 2020 ging gegenüber April 2019 um 16,3 Prozent auf 19,1 Milliarden Kilowattstunden zurück. Von der Gesamtproduktion im April entfielen 47,6 Prozent auf Wasserkraftwerke, 13,7 Prozent auf importierte Kohle und 7,7 Prozent auf Erdgaskraftwerke. Der Anteil lokaler Kohlekraftwerke an der Stromerzeugung betrug 14,1 Prozent. Windkraftanlagen erzeugten 10,3 Prozent und die restlichen 6,4 Prozent stammten aus Geothermie-, Heizöl- und Biogasanlagen.


"Der Schneeschmelze setzte in diesem Jahr sehr früh ein. Das Wasser floss in die Dämme. Der Anteil der Stromerzeugung aus Gewässern nahm zu. Die Nachfrage ging aufgrund der Coronavirus-Pandemie erheblich zurück. Infolgedessen sank der Marktpreis im Mai auf 181,16 Lira (rund 23,30 Euro) je Megawattstunde", sagte Osman Nuri Dogan, ehemaliger stellvertretender Generaldirektor des türkischen nationalen Stromverteilungsunternehmens TEDAS. Die Stromerzeugung in Erdgasanlagen ist aufgrund des Nachfragerückgangs dramatisch rückläufig, sagte Cem Asik, Leiter des Verbandes der Stromerzeuger, am 23. April. "Wir erwarten für diesen Monat einen Rückgang der Nachfrage um 20 Prozent. Nach unseren Schätzungen wird die Nachfrage im Mai um 17 Prozent und im Juni um 4 Prozent sinken", ergänzte er seine Prognose.

Kapazitätsauslastung ging im April auf sieben Prozent zurück

Die Türkei wendet seit Mitte März strenge Maßnahmen an, um die soziale Mobilität zu verringern und die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie einzudämmen - einschließlich der Augangssperren in Großstädten an den Wochenenden. "Erdgasanlagen sind in dieser Zeit am stärksten betroffen. Die Zahlen dieser Anlagen sind alarmierend. Ihre Kapazitätsauslastung ging im April auf sieben Prozent zurück. Diese Quote liegt 10 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums", sagte Asik. Obwohl die meisten Automobilfabriken in den kommenden Tagen die Produktion wieder aufnehmen werden, wird der Spotpreis für Strom laut Asik im April voraussichtlich um 40 Prozent und in diesem Jahr insgesamt um 15 Prozent sinken.


Der Stromverbrauch der Türkei ging im April gegenüber dem Vorjahresmonat 2019 um 15,3 Prozent zurück. Der Stromverbrauch des Landes erreichte im vergangenen Monat 19,1 Milliarden Kilowattstunden. Im vergangenen Monat stiegen die Stromimporte der Türkei aus den Nachbarländern um 36 Prozent auf 163,77 Millionen Kilowattstunden gegenüber 120,36 Millionen Kilowattstunden im April 2019. Die Exporte gingen um 44,3 Prozent auf 163,23 Millionen Kilowattstunden Strom zurück. Die Gesamtleistung der Türkei erreichte nach offiziellen Angaben Ende März 2020 rund 91 Gigawatt.

(ce)

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