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Antalyas leere Strände warten auf Karettschildkröten

10.4.2020 14:52 Uhr

Jedes Jahr Ende April kommen die gefährdeten Karettschildkröten und Grüne Meeresschildkröten an neun Strände in Antalya um ihre Eier zu legen – und haben oft mit unachtsamen Besuchern, Plastikmüll, lauter Musik und Licht zu kämpfen. Doch in diesem Jahr wird alles anders, denn aufgrund der Corona-Pandemie sind die Strände gesperrt und warten auf die seltenen Schildkröten, damit diese ihre Eier in einem der rund 2200 Nester ablegen können.

Ab ins Wasser! (Bild: dha)

Aber es bedeutet auch, dass Dutzende freiwillige Helfer, die sonst dafür sorgten, dass die Eier geschützt und die später schlüpfenden Schildkrötchen sicher das Wasser erreichen, in diesem Jahr nicht helfen können – denn sie dürfen die Strände nicht betreten.

Neun Niststrände in Antalya

Antalyas Strände sind als Brutplätze für die Karettschildkröte (Caretta Caretta) bekannt. Insgesamt gibt es neun Strände, an denen die Schildkröten ihre Eier legen:

Belek (68 – 1053 Nester)

Cirali (23 – 105 Nester)

Alanya-Demirtas (41 – 137 Nester)

Gazipasa Beach (14 – 53 Nester)

Demre (39 – 109)

Manavgat-Kizilot (50 – 270 Nester)

Kumluca (75 – 305 Nester)

Kas-Patara (35 – 127 Nester)

Kemer-Tekirova (4 – 23 Nester)

In Manavgat-Kizilot, Kumluca und Kas-Patara finden sich zudem einige Nester der noch selteneren Grünen Meeresschildkröte.

Ein Schildkrötennest in Antalya (Bild: dha)

Endlich in Ruhe nisten?

Durch die Corona-Pandemie haben sich quasi alle Faktoren, die die Schildkröten sonst in Gefahr bringen könnten, "in Luft aufgelöst": im Zuge der Ausgangsbeschränkungen ist der Tourismus zum Erliegen gekommen. Damit gibt es für die Tiere weder Lärmbelästigungen, noch werden sie durch Lichter abgelenkt und verlaufen sich auf dem Weg ins Wasser. Und der wohl wichtigste Unterschied zu einer "normalen" Brutsaison: Die Strände sind gesperrt Das bedeutet, niemand trampelt die Nester platt, hinterlässt seinen Müll am Strand oder zerstört gar mutwillig die Nester der Schildkröten. Diese Saison könnte also für eine größere Schildkrötenpopulation an den Stränden Antalyas stehen.

Auch die Hilfe muss wegbleiben

Die Cirali Küstenschutz-Kommission, die seit drei Jahren an den Stränden von Cirali und Olympos Studien durchführt, haben auch mit der Unterstützung des Direktorats für Naturschutz und Nationalparks ihre Vorbereitungen für die Brutsaison in weiten Teilen abgeschlossen. Man erwartet, dass die Tiere gegen Ende April, spätestens allerdings in der ersten Mai-Woche an den Stränden ankommen werden, um ihre Eier zu legen.

Doch durch die Ausgangseinschränkungen werden in diesem Jahr die vielen Helfer, die sonst beim Schutz der Gelege helfen, nicht kommen können – allerdings ist auch der Bedarf an Hilfe geringer. Es sei geplant gewesen, dass sich zwischen zehn und vierzehn Personen mit dem Nist-Projekt befassen sollten – allerdings seien sämtliche Aktivitäten vorerst eingestellt. Man sei sich nicht sicher, wie sich die Situation im Rahmen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus entwickeln werde.

(be)

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