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Antalya: Hidirellez-Fest macht keinen Halt vor Corona

6.5.2020 21:46 Uhr

Am 6. Mai wird normalerweise der sogenannte Hidirellez-Tag gefeiert, der den Übergang vom Frühling zum Sommer kennzeichnet. Doch in diesem Jahr wurden die Feste im Zuge des Coronavirus und der Covid-19-Maßnahmen abgesagt. Das hielt viele Menschen in Antalya aber nicht davon ab, in den frühen Morgenstunden trotzdem ihre Zettel mit guten Wünschen ins Meer zu werfen – auch, wenn es dazu eines kleinen Tricks bedurfte.


Einige Besucher ließen sich von den Absperrbändern nicht beeindrucken und gingen an den Strand (Bild: dha)

Wenn das Hidirellez-Fest eingeläutet wird, verabschiedet man sich vom Winter und begrüßt den Frühling. Doch in diesem Jahr stand das Fest im Schatten des Coronavirus. Die Strände sind gesperrt, sodass sich die Bürger von Antalya andere Stellen suchen mussten, ihre Wunschzettel ins Meer zu befördern: Die Düden-Wasserfälle im gleichnamigen Naturpark, die sich ins Mittelmeer ergießen. Und wer sich doch an den Strand wagte, wurde von der anwesenden Polizei an die geltenden Corona-Verbote erinnert und nach Hause geschickt.

Erst Sahur, dann Hidirellez

Viele Bürger Antalyas machten sich nach dem Sahur – der letzten Mahlzeit während des Ramadans, bevor die Sonne aufgeht – auf den Weg in den Düden-Naturpark. So viele, dass es schwierig wurde, einen Parkplatz zu ergattern. Wer es schaffte, stellte sich (größtenteils) brav an, um zu warten, bis ein Platz auf der Brücke über den Wasserfällen freiwurde. Manche hatten ihre Wünsche auf Zettel gemalt, andere geschrieben, Rosenblätter dazu gesteckt oder mit Kieselsteinen beschwert. Der Reihe nach warfen sie ihre mit Hoffnung bepackten Papierchen von der Brücke oberhalb der Wasserfälle ins Meer.

Wünsche Richtung Meer (Bild: dha)

Viele der Besucher blieben noch ein Weilchen, um sich den schönen Sonnenaufgang anzusehen. Nicht alle Besucher trugen eine Atemschutzmaske. Bei einem so hohen Aufkommen wurde leider auch nicht immer der notwendige Sicherheitsabstand eingehalten.

Ermahnung durch Polizei

Einige Wenige begaben sich trotz der Verbote an den Strand von Konyaalti und warfen ihre Wunschzettel von hier aus in die Wellen. Die patrouillierende Polizei wies die Strandgänger auf die Sperrung hin und ermahnte sie, den Strand zu verlassen.

Gute Wünsche, Rosenblätter und Steine machen sich auf den Weg ins Wasser (Bild: dha)

Häufigster Wunsch: Gesundheit

Familienvater Ali Yilmaz aus Antalya wagte sich mit seiner Ehefrau und seiner Tochter an den Konyaalti-Strand. Ganz oben auf ihrer Liste stand das Thema Gesundheit. "Wir haben uns an Hidirellez gewünscht, dass die Welt das Coronavirus endlich hinter sich lassen kann. Nichts ist wichtiger als die Gesundheit, dann folgt der Frieden, der innere Frieden." Hidirellez ist eine Tradition, die die Familie des 58-Jährigen schon lange pflegt. "Jedes Jahr sammeln wir Rosenblätter und tragen damit unsere Wünsche ins Meer."

Fatma Celik lebt ebenfalls in Antalya. Sie krempelte die Hosenbeine ein wenig hoch und stand knöchelhoch im Mittelmeer, als sie ihre Wünsche mit Gebeten ins Wasser legte. "Für die ganze Welt, für meine Kinder und für mich, wünsche ich nichts anderes als Gesundheit, damit wir das Coronavirus besiegen", sagte die 51-Jährige.

(be)

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