epa/Sascha Steinbach

Anschlagspläne hätten über 13.000 Menschen töten können

28.6.2019 20:51 Uhr

Rein rechnerisch hätte die Menge an Gift und Sprengstoff, die bei den mutmaßlichen Rizin-Bombenbauern von Köln für 13 500 Todesopfer gereicht. Das hat ein BKA-Beamter am Freitag als Zeuge im Prozess gegen das Islamisten-Paar am Düsseldorfer Oberlandesgericht ausgesagt.

Allerdings sei bei einem Bombenanschlag mit dem Gift von einer realistischen Zahl von etwa 100 Toten auszugehen. Durch die Explosionsflamme verbrenne ein Teil des Stoffes, ein weiterer größerer Teil würde in der Umwelt verloren gehen.

Die Anschlagspläne seien beim Zugriff der Polizei weit fortgeschritten gewesen. Man habe zwar keine komplette Bombe gefunden, die vorgefundenen Einzelteile hätten aber rasch zu einer zusammengesetzt werden können.

"Wölfe des Islamischen Staates in Europa"

Der mutmaßliche Rizin-Bombenbauer von Köln gehörte Ermittlern zufolge einer Chat-Gruppe namens "Wölfe des Islamischen Staates in Europa" an. Der 30-jährige Tunesier und seine 43-jährige deutsche Ehefrau stehen vor Gericht, weil sie im vergangenen Jahr den ersten Terroranschlag mit einem biologischen Kampfstoff in Deutschland vorbereitet haben sollen.

Beiden Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Das Paar hatte begonnen, das hochgiftige Rizin aus Tausenden Rizinus-Samen zu gewinnen, die es im Onlinehandel gekauft hatte.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.