dpa / Martin Gerten

Ansaar im Fadenkreuz der Justiz

10.4.2019 9:33 Uhr

Seit den frühen Morgenstunden kommt es in neun Bundesländern zu Razzien in der islamistischen Szene. Rund 90 Objekte stehen im Fokus der Ermittler, die von mehreren Hundert Polizisten unterstützt werden. Ziel ist es sicherlich, ausreichend Material sicherzustellen, um den Verein zu verbieten. Der ehemalige FDP-Politiker und jetzige Journalist Tobias Huch warnte schon vor Jahren intensiv vor der vermeintlichen Gefahr, die von diesem Netzwerk ausgehe, das der salafistischen Szene zugeordnet wurde.

Die Polizei geht seit dem frühen Mittwochmorgen mit Razzien in neun Bundesländern gegen Einrichtungen eines bundesweiten islamistischen Netzwerks vor. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, werden in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein etwa 90 Objekte durchsucht. An der Spitze dieses Netzwerks stehen demnach die in Nordrhein-Westfalen ansässigen Vereine WWR Help und Ansaar International. Ansaar hat seinen deutschen Hauptsitz in Düsseldorf.

Operationen unter der Deckmantel humanitärer Hilfe

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen wird davon ausgegangen, dass die Organisationen dem extremistischen Milieu zuzurechnen sind. Es bestehen den Angaben zufolge Anhaltspunkte, dass die radikalislamische Hamas finanziell und propagandistisch unterstützt wird. Die USA, Israel und die EU haben die Hamas, die im Gazastreifen herrscht, als Terrororganisation eingestuft.

"Wer unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe die Hamas unterstützt, missachtet fundamentale Wertentscheidungen unserer Verfassung", teilte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mit. Dadurch werde auch das Engagement der vielen Hilfsorganisationen diskreditiert, die "sich unter schwierigen Rahmenbedingungen zur Neutralität verpflichtet haben". Die Ordnung des Grundgesetzes gebiete, gegen solche Aktivitäten mit Nachdruck vorzugehen.

(dpa)