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Ankündigung von Ausgangssperre sorgt für Panikkäufe in der Türkei

11.4.2020 12:20 Uhr

Am Freitagabend verkündete das Innenministerium der Türkei überraschend eine zweitägige Ausgangssperre in 30 Großstädten und Zonguldak, die um Mitternacht in Kraft treten würde. Den Einwohnern der Städte - bei den größten Städten alleine rund 25 Millionen Menschen - blieben nach Verkündung knapp zwei Stunden, sich mit dem Notwendigsten zu versorgen. Das führte in vielen Städten zu einem Ansturm auf Supermärkte und Bäckereien, der mancherorts auch in Streit und Gewalt ausartete.

Lange Schlangen vor den Supermärkten (Bild: dha)

Ansturm auf Supermärkte und Bäckereien

Die Ankündigung, dass man an diesem Wochenende nicht einkaufen gehen können würde, sorgte bei vielen Bürgern für Sorge, sodass sie noch am Abend in die Supermärkte und Bäckereien strömten.

In manchen Läden wurde der Mindestabstand eingehalten (Bild: dha)

Vielerorts bildeten sich lange Schlangen, doch nicht überall wurden die Mindestabstände eingehalten. In Bayrampasa kam es zu einem Streit zwischen Einkaufenden, der in einer handfesten Prügelei endete und durch die Polizei aufgelöst werden musste.

In Bayrampasa kam es zu einer handfesten Prügelei (Bild: dha)

Gerade in den Metropolen wie Istanbul wurde der Mindestabstand nur in wenigen Fällen beachtet, stattdessen drängten sich die Menschen dicht an dicht. Das Innenministerium versicherte noch in der Freitagnacht, dass Bäckereien und andere Institutionen geöffnet werden würden. Doch zu diesem Zeitpunkt waren viele Bürger bereits unterwegs in die Läden.

Kalt erwischt

Auch der Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem Imamoglu zeigte sich verwundert: Man habe ihn von der geplanten Sperre nicht im Voraus informiert, sodass man sich auf die Ausgangssperre hätte einstellen können. Er appellierte, dass man im Kampf gegen das Coronavirus gemeinsam handeln müsse, um effektiv dagegen angehen zu können.

Bäckereien sind offen

Am Samstag haben sowohl manche Stadtverwaltungen als auch Bäckereien frisches Brot zu den Menschen nach Hause gebracht, sodass diese das Ausgangsverbot nicht brechen mussten.


In Zonguldak hat der Verkauf von Brot per Lieferservice begonnen (Bild: dha)
(be)

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