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Anklage gegen zwei Syrer wegen Folter

29.10.2019 13:50 Uhr

Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen zwei mutmaßliche syrische Geheimdienstmitarbeiter erhoben. Einem der Beschuldigten werden außerdem 58 Morde, Vergewaltigung und schwere sexuelle Nötigung vorgeworfen, wie die Anklagebehörde am Dienstag in Karlsruhe mitteilte.

Die Männer waren im Februar in Berlin und Rheinland-Pfalz festgenommen worden.

Systematische Folterungen von Gefangenen

Der Hauptbeschuldigte Anwar R., dem auch die Morde und weitere Verbrechen vorgeworfen werden, leitete demnach 2011 und 2012 eine auf die Bekämpfung von Oppositionellen spezialisierte Einheit. In einem von der Einheit betriebenen Gefängnis wurden laut Anklage Menschen systematisch gefoltert, um Geständnisse und Informationen zu erhalten.

R. habe die Abläufe in dem Gefängnis kontrolliert und sei dadurch unter anderem auch für den Tod von mindestens 58 Gefangenen verantwortlich. Der zweite Angeklagte Eyad A. war laut Bundesanwaltschaft in einer Abteilung tätig, die der Einheit von R. zuarbeitete. Er soll 2011 Teilnehmer einer regierungskritischen Demonstration verfolgt und in das Gefängnis gebracht haben, obwohl er von der Folter wusste.

(an/dpa)

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