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Ankara nach tödlicher Straßenhundattacke verurteilt

1.6.2019 8:03 Uhr, von Chris Ehrhardt

Ein Gericht in Ankara hat die Stadtverwaltung von Ankara und der Gemeinde Etismesgut zur Zahlung von 35.000 Euro an Wiedergutmachung verurteilt. Die Zahlung geht an die Hinterbliebenen eines Iraners, der im März 2012 von einer Gruppe Straßenhunde attackiert und getötet wurde.

Im besagten Vorfall geht es um den Tod von Majid Yahyakhani, der durch eine Attacke von Streunern am 26. März 2012 im Stadtteil Etismesgut der Hauptstadt Ankara getötet wurde. Die Angehörigen des Verstorbenen, Samad Yahyakhani, Rouzbeh Yahyakhani und Effat Abdi, reichten 2013 bei den türkischen Behörden einen Antrag auf Schadensersatz ein. Das Gericht in Ankara erließ am 11. Mai 2018 den Beschluss, mit dem die beiden Gemeinden in Ankara angewiesen wurden, jedem Beschwerdeführer 50.000 Lira für immateriellen Schadenersatz und der Frau des Verstorbenen, Effat Abdi, 84.353 Lira an materiellem Schadenersatz zu zahlen.

Sorgfaltspflichtverletzung der Gemeinden

Das Thema wurde vom Tierarzt Aydin Kayal aus Ankara bei einem kürzlich abgehaltenen Treffen in der Animal Rights Research Kommission des Parlaments bekanntgemacht. Die Oduktion des Leichnams habe zweifelsfrei ergeben, dass die schweren Verletzungen auf Tierbisse einer ganzen Tiergruppe zurückzuführen seien. Das habe an rund 50 Prozent der Körperfläche so schwere Verletzungen zur Folge gehabt, dass das Opfer verblutete.

Es sei für das Gericht zweifelsfrei erwiesen, dass die Attacke von Straßenhunden erfolgte. Das Gesetz würde es gebieten, dass sich die Gemeinden um die Tiere kümmern, sie impfen lassen und dann in Obhut nehmen. Es sei bei dem Vorfall davon auszugehen, dass die Gemeinden ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen seien und drum wären sie wegen der Pflichtverletzung in die Haftung zu nehmen.