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Ankara kritisiert Athens Äußerungen scharf

20.5.2020 17:03 Uhr, von Andreas Neubrand

Die Türkei hat die Äußerungen des griechischen Parlaments über den Beginn des türkischen Unabhängigkeitskriegs am 19. Mai scharf verurteilt.

"Der 19. Mai 1919 markiert den ersten Schritt der Türkei in die Unabhängigkeit. Ein heiliger Tag, nicht nur für unsere Nation, sondern für alle unterdrückten Nationen, die gegen den Imperialismus kämpften. Die unsinnigen Einlassungen des griechischen Parlaments stimmen weder mit den historischen Fakten, noch mit den Werten des 21. Jahrhunderts überein", so das türkische Außenministerium in einer Erklärung.

Besatzung durch die Griechen

Die Erklärung erinnerte an die Besetzung Izmirs durch das griechische Militär zu einer Zeit am Ende des ersten Weltkriegs, in der Istanbul die einzige besetzte Hauptstadt war. "Diese schmerzhafte Besetzung wurde zu einer geplanten und schändlichen Invasion, voller Gräueltaten und ohne jede Rechtfertigung."

"Die Gräueltaten, die in den fünf Monaten nach der Besatzung verübt wurden, waren so schwerwiegend, dass die Alliierten eine Untersuchungskommission einrichten mussten", heißt es weiter in der Erklärung.

Atatürk für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen

Auch wenn die Regierung in Athen sich weigert, sich der eigenen Geschichte zu stellen, sollte sie wenigstens die Berichte der Untersuchungskommission anerkennen. Das Außenministerium erinnerte zudem an den Artikel 59 des Vertrags von Lausanne, der feststellte, dass es sich bei den Handlungen des griechischen Militärs in Anatolien um Kriegsverbrechen handelte.

1934 wurde Mustafa Kemal Atatürk nach der Gründung der türkischen Republik vom griechischen Premierminister Eleftherios Venizelos für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Der 19. Mai gilt als Meilenstein der türkischen Geschichte, als Atatürk aus Istanbul nach Samsun am Schwarzen Meer kam, um dort den Krieg auszulösen, der die Nation vier Jahre später in die moderne Türkei verwandeln solle. Atatürk widmete den 19. Mai der Jugend der türkischen Nation und erklärte ihn zum Nationalfeiertag. An diesem Tag sollen junge Menschen überall im Land sportliche und kulturelle Aktivitäten veranstalten.

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