Symbolbild: epa/Jalil Rezayee

Angst in Afghanistan vor neuer Gewalt wächst

9.9.2019 13:13 Uhr

Nach dem Abbruch der Friedensgespräche zwischen den USA und den Taliban herrscht in Afghanistan Sorge vor mehr Gewalt im Land. Dem afghanischen Politikwissenschaftler Ahmad Saidi zufolge stehen den radikalislamischen Taliban zwei Wege offen.

Sie könnten ihre Fehler wie die ausufernde Anwendung von Gewalt einsehen und zurückrudern oder aber ihren Aufstand und die Kämpfe verstärken, sagte Saidi der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Eine Taliban-Fraktion soll sich Beobachtern zufolge bereits seit längerem für eine Verstärkung der Kämpfe aussprechen. Taliban-Hardliner seien, angespornt durch militärische Erfolge in den vergangenen Monaten, bereits zuvor dafür eingetreten, die USA-Taliban-Gespräche fallen zu lassen und Kabul und seine Verbündeten militärisch in die Knie zu zwingen. Ein Taliban-Anhänger hatte Trumps Tweet über den Abbruch der Gespräche am Sonntag mit einem Lachgesicht und einem hochgereckten Daumen geteilt.

Abbruch der Verhandlungen nach tödlichem Anschlag

US-Präsident Donald Trump hatte kurz vor einem erwarteten USA-Taliban-Abkommen am Samstagabend überraschend erklärt, er habe weitere Verhandlungen mit den Taliban wegen eines tödlichen Anschlags in Kabul abgebrochen. Zudem habe er ursprünglich für Sonntag in Camp David geheime Treffen mit den Taliban und - getrennt davon - mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani abgesagt.

Die USA und die Taliban sprachen seit Juli 2018 über eine politische Lösung des bald 18 Jahre dauernden Konflikts in Afghanistan. Beide Seiten zeigten sich bis zuletzt zuversichtlich, bald ein Abkommen zu unterzeichnen.

Die Taliban hatten ungeachtet dessen vergangene Woche eine massive Angriffswelle gestartet. Aber auch die Regierungskräfte und ihre US-Verbündeten setzten Luftangriffe und Offensiven fort. US-Außenminister Mike Pompeo schloss am Sonntag eine mögliche Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den Taliban nicht aus.

(an/dpa)

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