Stephan Witte/dpa

Angriff auf Polizei kein Terrorakt

6.1.2020 16:24 Uhr

Ein 37-jähriger Gelsenkirchener mit türkischer Staatsbürgerschaft wurde am Sonntagabend – 05. Januar 2020 um 19.41 Uhr – bei einem Angriff auf zwei Polizeibeamte vor der Wache Gelsenkirchen Süd am Wildenbruchplatz niedergeschossen. Der Angreifer, der mit einem Knüppel und einem Messer bewaffnet war, verstarb noch am Tatort. Meldungen, dass der Täter möglicherweise einen Terroranschlag habe durchführen wollen, bestätigten sich nicht.

Der 37-jährige Gelsenkirchener hatte am frühen Abend in der Altstadt von Gelsenkirchen zuerst ein Polizeifahrzeug direkt vor der Wache mit einem Knüppel traktiert. Zwei anwesende Polizisten im Alter von 23 und 41 Jahren wurden danach vom Täter bedroht, nachdem sie ihn aufforderten, stehenzubleiben. In der Folge der Bedrohungssituation und zur Gefahrenabwehr wurden danach vom 23-jährigen Kommissaranwärter vier Schüsse auf den 37-Jährigen abgegeben, der durch die Begehung von Gewaltdelikten – unter anderem Widerstand gegen Polizeibeamte – polizeibekannt war. Aktuell standen zwei noch offene Verfahren gegen den Mann an, die nach dem Tod des Mannes allerdings eingestellt werden.

Trotz sofort herbeigerufenem Notarzt, der Reanimierungsversuche einleitete, kam für den Niedergeschossenen jede Hilfe zu spät und er verstarb noch am Tatort. Seitens der Polizei Gelsenkirchen wird das Geschehen als "Anschlag" behandelt, da der Täter bei Tatbegehung "Allahu ekber" gerufen haben soll. Eine Wohnungsdurchsuchung, die noch in der Nacht von einem SEK in der Wohnung des Täters durchgeführt wurde, bei der auch Datenträger sofort ausgewertet werden konnten, erhärtete den Verdacht auf einen terroristischen Hintergrund nicht weiter. Der Polizei und der Staatsanwaltschaft liegen hingegen Hinweise und gesicherte Erkenntnisse vor, die auf eine schwerwiegende psychische Erkrankung des 37-Jährigen schließen lassen, wegen der er sich auch in Behandlung befunden hat. Um welche Form der Erkrankung es sich dabei handelt, ist bisher nicht bekannt.

(Hürriyet.de)

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