epa/Clemens Bilan

Angola begrüßt Kanzlerin Merkel

7.2.2020 17:47 Uhr

Am Freitag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre zweitägige Afrikareise in Angola fortgesetzt. Am Mittag wurde sie in der Hauptstadt Luanda von Präsident João Manuel Gonçalves Lourenço empfangen. Nach politischen Gesprächen sollten ein Stipendienprogramm und ein Luftverkehrsabkommen unterzeichnet werden. Am Nachmittag wollten die Kanzlerin und der Präsident ein deutsch-angolanisches Wirtschaftsforum eröffnen.

Nach einem Gespräch mit Vertretern der Zivilgesellschaft stand ein Besuch der Kanzlerin im Nationalmuseum für Anthropologie auf dem Programm. Die Sammlung soll über Leben und Kultur der verschiedenen Bevölkerungsgruppen Angolas Auskunft geben. Die meisten Stücke stammen aus der Sammlung des deutschen Ethnologen Hermann Baumann. Eine 2018 initiierte Zusammenarbeit zwischen dem Goethe-Institut, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und dem Nationalmuseum soll die Rolle von Museen als Orte gesellschaftlicher Diskurse fördern.

Wirtschaftskooperation ist ausbaufähig

Angesichts der ausbaufähigen Wirtschaftskooperationen beider Länder dürfte Merkel Lourenço ermuntern, den Kurs gegen Korruption und Vetternwirtschaft fortzusetzen. In Angola sind erst 25 deutsche Unternehmen engagiert. Korruption und fehlende Rechtsstaatlichkeit gelten als größte Bremse für deutsche Investitionen im Ausland.

Merkel hatte Angola im Juli 2011 als erste deutsche Regierungschefin besucht. Die ehemalige portugiesische Kolonie ist einer der größten Erdölproduzenten Afrikas. Dennoch gilt das Land als eines der ärmsten der Welt. Beim jetzigen Besuch Merkels dürfte es erneut auch um den Wunsch der angolanischen Regierung nach einer Lieferung deutscher Küstenwachboote gehen. Damals hatten entsprechende Gespräche erheblichen politischen Wirbel ausgelöst. Die angolanische Regierung ist weiterhin an einer Lieferung der Boote interessiert.

(an/dpa)

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