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Angeklagter Demonstrant aus Russland geflohen

17.10.2019 18:47 Uhr

Weil Aidar Gubaidulin im Juli bei einem Protest eine Plastikflasche auf Polizisten geworfen hatte, drohten ihm bis zu fünf Jahre Gefängnis in Russland. Der 26-jährige Programmierer floh und verließ seine Heimat.

"Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber die vergangenen Tage haben mir keine andere Wahl gelassen", schrieb Aidar Gubaidulin im Onlinedienst Facebook. Sein Anwalt bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag die Flucht. Der Programmierer fürchtete vor einer bis zu fünfjährige Gefängnisstrafe, weil er im Juli in Moskau bei Protesten der Opposition eine Plastikflasche auf Polizisten geworfen hatte. Dabei wurde jedoch kein Beamter getroffen. Die russischen Behörden hatten Gubaidulin zusammen mit einem Dutzend weiterer Demonstranten festgenommen. Er wurde angeklagt, wenig später aber vorläufig auf freien Fuß gesetzt.

Viele verlassen ihre Heimat

Wie Gubaidulins Anwalt sagte, hatte sein Mandant am Montag nach der Verurteilung eines weiteren Angeklagten zu vier Jahren Haft realisiert, dass ihm eine lange Strafe drohen könnte. Bislang wurden sechs Demonstranten zu Haftstrafen von zwei bis fünf Jahren verurteilt. Zahlreiche Kreml-Kritiker sind in den vergangenen Jahren aus Russland geflohen, nachdem sie zunehmend Repressionen durch den Staat ausgesetzt waren.

(be/afp)

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