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Angeklagter Ali B. muss für Zeugenbefragung aus dem Saal

28.3.2019 16:29 Uhr

Im Prozess um die vergewaltigte und ermordete Susanna musste der Angeklagte am Donnerstag den Gerichtsaal während einer Zeugenbefragung verlassen, weil er den Zeugen durch seine Anwesenheit womöglich einschüchterte.

Ali B. verfolgte die Vernehmung von einem anderen Zimmer aus per Video- und Audioübertragung. Zuvor hatte der Vorsitzende Richter erklärt, der Zeuge mache einen "angsterfüllten" Eindruck. Womöglich sage der Jugendliche nicht die Wahrheit, solange der Angeklagte anwesend sei.

Ali B. streitet Vergewaltigung ab

Der irakische Flüchtling Ali B. soll die 14-jährige Schülerin Susanna aus Mainz im Mai 2018 in Wiesbaden vergewaltigt und ermordet haben. Zum Prozessauftakt hatte er gestanden, dass Mädchen getötet zu haben. Die Vergewaltigung bestreitet er.

Der laut Staatsanwaltschaft mindestens 14 Jahre alte Zeuge hatte bei der Suche nach der verschwundenen Susanna den entscheidenden Hinweis auf den Fundort ihrer Leiche und auf Ali B. gegeben. Er hatte sich erst an die Behörden gewandt, nachdem sich Ali B. mit seiner Familie in den Nordirak abgesetzt hatte.

Bei den damaligen Befragungen hatte er der Polizei gesagt, er habe Angst vor der Familie B.. In einem weiteren Verfahren, bei dem es um die Vergewaltigung einer Elfjährigen geht, sitzen Ali B. und der junge Zeuge gemeinsam auf der Anklagebank.

Susanna habe Angst vor dem Angeklagten gehabt

Als Zeuge im Susanna-Prozess beantwortete der Jugendliche die Fragen des Richters erst zögerlich - vor allem, wenn es um Ali B. ging. Erst als der 22-Jährige den Gerichtssaal verlassen hatte, redete der afghanische Jugendliche fließender und sogar teils auf Deutsch.

Ali B. habe Susanna bei mehreren Gelegenheiten vor der Tat befummelt, das Mädchen habe Angst vor dem Angeklagten gehabt, erzählte der Zeuge. Bei einer Busfahrt habe Ali B. zu ihm gesagt, dass er Susannas Körper sehr anziehend fände. Sollte die 14-Jährige nicht mit ihm schlafen, dann brächte er sie um, berichtete der Zeuge aus dem Gespräch mit dem Angeklagten.

Mit dem Messer bedroht?

Viele aus der Clique hätten Angst vor Ali B. gehabt, der manchmal sehr aggressiv geworden sei, wenn er Alkohol getrunken habe. Auch er selber sei von dem Angeklagten einmal mit einem Messer bedroht worden, sagte der Jugendliche. Der Prozess wird am 2. April fortgesetzt.

(be/dpa)