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Angeblicher Helfer von Amri könnte auch an Nizza-Anschlag beteiligt gewesen sein

26.2.2019 23:59 Uhr

Der Tunesier Bilal Ben Ammar, ein mutmaßlicher Helfer des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri, könnte nach einem Medienbericht am Terroranschlag von Nizza beteiligt gewesen sein. Nach Recherchen des ARD-Magazins Kontraste, des Rundfunks Berlin-Brandenburg und der Berliner Morgenpost vom Dienstag legen neue Dokumente nahe, dass der Amri-Freund zum Zeitpunkt des Terroranschlags von Nizza am 14. Juli 2016 vor Ort gewesen sein könnte.

Dem Sender rbb liegt demnach ein Screenshot einer Boardingkarte für einen Flug von Berlin-Schönefeld nach Nizza vor, der auf den 7. Juli 2016 datiert ist. Das Flugticket hätten Ermittler auf Ben Ammars beschlagnahmtem Handy gefunden, nachdem dieser bereits in sein Heimatland Tunesien abgeschoben worden war. Es sei nicht auf den Namen Ben Ammar ausgestellt, sondern auf einen mutmaßlichen Alias-Namen.

Das Flugticket lege den Verdacht nahe, dass Ben Ammar wenige Tage vor dem Nizza-Attentat in die französische Hafenstadt geflogen sei, berichtete der rbb weiter. Bei dem Attentat in Nizza war ein Islamist mit einem Lastwagen auf einen Strandboulevard gerast und hatte dabei 86 Menschen getötet. Zuvor hatte der Attentäter, der wie Ben Ammar und Amri Tunesier war, den Boulevard ausgespäht.

Kannte er den Attentäter von Nizza?

Inwieweit Ben Ammar Kontakte zu dem Attentäter von Nizza hatte, der bei dem Attentat von der französischen Polizei erschossen wurde, ist bislang unbekannt. Knapp ein halbes Jahr später raste Amri mit einem Lkw in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz.

Ben Ammar war zuletzt erneut in die Schlagzeilen geraten, weil er Amri bei dessen Anschlag am 19. Dezember 2016 unterstützt haben soll. Die deutschen Behörden hatten Ben Ammar trotz dieses Verdachts bereits wenige Wochen danach in sein Heimatland abgeschoben.

(an/afp)