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Angebliche Verbindung zu Trump: Weißrussisches Ex-Model steht in Thailand vor Gericht

15.1.2019 13:24 Uhr

Das wegen eines "Sex-Trainingskurses" in Thailand inhaftierte weißrussische Model Anastasia Waschukewitsch, das nach eigenen Angaben über Beweise zu russischen Einmischungen in den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump verfügt, soll freikommen.

"Das Gericht befindet sie alle wegen des Anbietens sexueller Dienste für schuldig", sagte ein Richter im Amüsierort Pattaya am Dienstag mit Blick auf Waschukewitsch und sieben Mitangeklagte. Eine dreijährige Haftstrafe sowie eine Geldstrafe wurden aber auf die bereits seit Februar in Untersuchungshaft verbrachte Zeit reduziert.

Waschukewitsch war nach einem Politskandal mit dem russischen Milliardär Oleg Deripaska nach Thailand gereist. Deripaska war Geschäftspartner von Paul Manafort, der 2016 eine Zeitlang den Wahlkampf von Donald Trump leitete. Waschukewitsch, die sich als Callgirl Nastja Rybka nennt, hatte erklärt, sie wolle "die fehlenden Puzzleteile liefern", die eine Verbindung herstellen zwischen russischen Politikern, Manafort, Trump selbst und "all diesem Wirbel um die US-Wahl".

Alles nur PR?

Bislang wurde aber nichts öffentlich, das ihre Angaben untermauert. Kritiker sprechen von einem PR-Gag.

Vor Gericht in Thailand stand auch der russische "Sex-Trainer" Alexander Kirillow. Er geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Gruppe, die er in Thailand leitete, hereingelegt wurde: "Ich denke, jemand hat (unsere Festnahme) gegen Geld angeordnet", sagte er am Dienstag bei seiner Ankunft vor Gericht.

Die Anordnung zur Freilassung der Gruppe erfolgte, nachdem sich die Mitglieder überraschend schuldig bekannt hatten. Nach Angaben des Richters sollte die Freilassung noch am Dienstag erfolgen. Die thailändische Einwanderungsbehörde erklärte, die Gruppenmitglieder würden in ein Aufnahmezentrum für Einwanderer gebracht und anschließend nach Russland abgeschoben. Nach Thailand dürfen sie demnach nicht mehr einreisen.

Trump unter Druck

US-Präsident Trump steht wegen einer möglichen Beeinflussung des US-Wahlkampfs durch Moskau unter Druck. Er hat immer wieder jegliche Zusammenarbeit mit Russland bestritten. Die Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller zu dieser Frage verurteilte der Präsident wiederholt als "Hexenjagd".

(an/afp)