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Andrea Petkovic zieht in dritte Runde der US-Open ein

29.8.2019 22:48 Uhr

Andrea Petkovic zeigt sich gutgelaunt und top in Form. In ihrer Lieblingsstadt zog die 31-Jährige überraschend mit 6:4, 6:4 gegen Petra Kvitova in die dritte Runde ein.

Letztmals stand sie 2015 in Flushing Meadows in Runde drei.

"Das fühlt sich richtig gut an", sagte Petkovic nach ihrer starken Vorstellung im Louis Armstrong Stadium. Allerdings wollte sie ihren ersten großen Erfolg seit langer Zeit auch nicht zu ausgiebig feiern, obwohl ihre New Yorker Freunde bereits unmittelbar nach dem Matchball in den Partymodus geschaltet hatten. "Die sitzen wahrscheinlich schon betrunken in einer Bar", sagte Petkovic.

"Frieden mit meinem Ego geschlossen"

Sie selbst wollte den Sieg eher etwas ruhiger genießen. "Ich freue mich. Aber ich bilde mir jetzt nicht ein, dass ich Roger Federer bin", sagte Petkovic. "Ich habe ein bisschen Frieden mit meinem Ego geschlossen." In der Vergangenheit wäre Petkovic nach solch einer starken Leistung wahrscheinlich ausgeflippt. Nun versuchte sie, den Sieg sachlich einzuordnen.

"Angela-Merkel-Gedächtnis-Zittern"

Im "Herbst der Karriere" wolle sie Momente wie diese einfach etwas bewusster wahrnehmen. Schließlich hatte sie noch vor ein paar Wochen wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. "Ich hatte das Angela-Merkel-Gedächtnis-Zittern", berichtete Petkovic. Erst nachdem sie von Arzt zu Arzt gerannt sei, sei man der Ursache auf den Grund gekommen. Einen Mangel an Kalorien versucht sie jetzt durch viele Säfte und Smoothies zu kompensieren.

Auf dem Platz wirkte sie deutlich ruhiger als in der Vergangenheit. Druckvoll, variabel und sehr konzentriert machte sie Kvitova das Leben schwer. Der verwandelte Matchball nach 1:35 Stunden war typisch für den couragierten Auftritt der Hessin, die sich in diesem Jahr bislang sehr schwer getan hat und in der Weltrangliste nur noch Platz 88 belegt. Petkovic gab beim letzten Ballwechsel noch einmal alles und zwang die favorisierte Tschechin so zu einem ihrer insgesamt 32 leichten Fehler.

Petkovic lebt in Brooklyn

"Ich fühle mich mental im Moment einfach sehr gut. Ich habe die Zeit auf diesem tollen Court einfach genossen", sagte Petkovic, die seit Jahren ein großer Fan von New York ist. Dank ihrer starken Leistung darf sie nun noch ein paar Tage länger in der Stadt bleiben, in der sie mit ihrem Freund ein Appartement in Brooklyn bezogen hat. Geht es nach ihr, kommt sie noch viele Jahre nach New York. "Solange ich Spaß habe und mein Körper mitmacht, will ich noch spielen." Erst einmal geht es für sie am Samstag gegen Elise Mertens aus Belgien oder Kristyna Pliskova aus Tschechien weiter.

Beendet sind die US Open dagegen für Laura Siegemund. Die 31-Jährige musste sich der an Nummer 20 gesetzten Amerikanerin Sofia Kenin mit 6:7 (4:7), 0:6 geschlagen geben. Nach einem starken ersten Satz war Siegemund im zweiten Durchgang völlig chancenlos. Wegen Regens hatte die Partie von Mittwoch auf Donnerstag verlegt werden müssen.

(be/dpa)

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