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"Ungleicher Kampf mit der Türkei"

3.10.2019 16:16 Uhr

Mit Enttäuschung und Kritik hat man in Bulgarien auf die Gründung einer Tochtergesellschaft von Volkswagen in der Türkei reagiert, die als weiterer Schritt in Richtung des Bau eines VW-Werkes gilt. «Es war ein außerordentlich ungleicher Kampf mit der Türkei», sagte Bulgariens Ex-Präsident Rossen Plewneliew, der jetzt Ehrenvorsitzender eines nationalen Verbands in der Autobranche ist, am Donnerstag.

Die Türkei halte sich «in keiner Weise» an die Regeln des gemeinsamen Marktes, bemängelte Plewneliew einem Bericht des bulgarischen Staatsradios zufolge. Bulgarien habe Volkswagen alles zugesagt, was der Hersteller nach den EU-Regeln erhalten könnte, sagte Plewneliew bei einem Industrieforum in Plowdiw. Auch Bulgarien, das an die Türkei grenzt, soll für den Standort des neuen VW-Werks im Rennen gewesen sein.

Hyundai statt Volkswagen

Statt Volkswagen werde binnen zwei bis drei Jahren ein anderer großer Autohersteller nach Bulgarien kommen, kündigte Vizepräsident Tomislaw Dontschew an. Bei einem Besuch in Südkorea hatte Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow im September um Investitionen des südkoreanischen Autobauers Hyundai in dem südosteuropäischen Land geworben.

Bei VW heißt es seit Wochen, der Konzern sei in «finalen Gesprächen» wegen einer möglichen Fabrik in der Nähe der türkischen Stadt Izmir. Die dort geplanten Modelle wären der neue Passat, der bisher im Werk Emden gefertigt wurde, und der Skoda Superb. Nötig wird das Werk unter anderem, weil VW den Umstieg in die E-Mobilität an deutschen Standorten beschlossen hat. Kritiker hatten moniert, eine Vergabe des Werks an die Türkei sei nicht mit der Menschenrechtslage in dem Land vereinbar.

(an/dpa)

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