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"Seehofer verwaltet Flüchtlingskinder"

24.5.2019 14:59 Uhr, von Andreas Neubrand

Es ist allgemeiner Konsens, dass Intergrationskurse Flüchtlingen helfen, sich in Deutschland besser zurecht zu finden. Vor allem Frauen und Familien kommen diese Kurse zu gute. Damit diese trotz Kinder daran teilnehmen könne, hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vor gut zwei Jahren integrationsbegleitende Kinderbetreuungen eingeführt.

Eigentlich eine gute Sache, doch hat man dabei offensichtlich vergessen, dabei für Qualitätsstandards zu sorgen. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf eine Anfrage der türkischstämmigen Bundestagsabgeordneten der Grünen, Ekin Deligöz, an das Bundesministerium für Inneres. Wörtlich heißt es in der Antwort: "Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beabsichtigen, Mindeststandards für eine privat organisierte integrationskursbegleitende Kinderbetreuung zu definieren."

Deligöz: "Seehofer verwaltet lediglich"

Mit anderen Worten: Bis jetzt fehlen jegliche Standards. "Offenbar hat das Bundesinnenministerium unter Horst Seehofer bislang lediglich den Anspruch, diese Kinder zu verwahren", so die Politikerin, die selbst Wurzeln in der Türkei hat. Dies stehe "im krassen Gegensatz zur Bedeutung, die die frühe Förderung und Bildung für die Integration von Flüchtlingskindern hat", sagte Deligöz. Dabei sieht die "Integrationsverordnung vor, dass das BAMF im Rahmen der Integrationskurse die Betreuungsangebote fördere, wenn es für Kinder die betreut werden müsseb keine örtlichen Angebote gibt.

Mit fünf Millionen Euro pro Jahr finanziert das Bundesfamilienministerium eine Hälfte der Maßnahme. Seit ihrer Einführung im März 2017 seien Bewilligungen für 10.500 Kinder ausgeprochen worden, teilte das BAMF dem "Handelsblatt" mit. Waren es im Jahr nur 2.100 Kinder, die dieses zeitlich begrenzte Angebot erhalten haben waren es 2018 schon ungefähr 5.700 Kinder und im Jahr 2019 bisher 2.700 Kinder.

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