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"Leaving Neverland" - Doku über Michael Jackson auf ProSieben

6.3.2019 13:13 Uhr

In den USA sorgte die Veröffentlichung der Dokumentation für reichlich Aufsehen. In "Leaving Neverland" erzählen die beiden Männer James Safechuck (40) und Wade Robson (36), wie der 2009 gestorbene Michael Jackson sie als Kinder missbraucht habe. Mit der Ausstrahlung am 6. April auf ProSieben haben bald auch die deutschen Zuschauer die Möglichkeit, die Dokumentation zu sehen.

"Er war einer der gütigsten, sanftesten, liebevollsten Menschen, die ich kannte", sagt Wade Robson in der Dokumentation. "Und er hat mich über sieben Jahre sexuell missbraucht."

Die Dokumentation und die Reaktionen darauf zeigten, wie breit das öffentliche Interesse an Michael Jackson und den Anklagen gegen ihn sei, erklärte ProSieben-Chefredakteur Stefan Vaupel am Mittwoch. "Kindesmissbrauch ist eins der größten gesellschaftlichen Tabu-Themen unserer Zeit. Kirche, Künstler und andere haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder das Schweigen ihrer Opfer erkauft. Deshalb zeigen wir "Leaving Neverland" auf ProSieben." Vorgesehen sei die Ausstrahlung in der Primetime um 20.15 Uhr.

Geteilte Reaktionen

"Leaving Neverland" hatte in den USA geteilte Reaktionen zur Folge. Nach der Ausstrahlung des ersten Teils beim Bezahlsender HBO am Sonntag verteidigten einige Zuschauer Jackson, andere kündigten an, seine Musik nicht mehr hören zu wollen. TV-Produzent Elgin Charles schrieb auf Twitter, das FBI habe Jackson mehr als ein Jahrzehnt lang überwacht und nichts gefunden, was den Vorwurf von Kindesmissbrauch belege. Drehbuchautor und Filmemacher Gabriel Torrelles kritisierte, mit Blick auf die Erzählmethode sei "Leaving Neverland" eine sehr schlechte Dokumentation.

(sis/dpa)