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"Kiz Kardesler" - Türkischer Film bei der Berlinale

7.2.2019 13:49 Uhr, von Simge Selvi

Zum 69. Mal beginnt heute eines der bedeutendsten Filmfestivals der Welt: Die Internationalen Filmfestspiele Berlin. Rund 400 Filme werden bis zum 17. Februar gezeigt. Unter den zahlreichen internationalen Filmen geht der türkische Film "Kiz Kardesler" von Emin Alper mit seiner Weltpremiere in den Wettbewerb um den Goldenen Bären.

Insgesamt 17 Filme konkurrieren in diesem Jahr um den Goldenen Bären und die Silbernen Bären, darunter Filme von drei deutschen Regisseuren. Doch unter den zahlreichen internationalen Filmen wird auch der türkische Film "Kiz Kardesler" ("A Tale of Three Sisters") des Regisseurs Emin Alper am Montag, den 11.02.2019 um 22.00 Uhr, seine Premiere feiern und in den Wettbewerb gehen.

"Kiz Kardesler"

In Alpers Film geht es um die drei Schwestern Reyhan (20), Nurhan (16) und Havva (13), die mit ihrem Vater in einem abgelegenen Dorf mitten in Anatolien leben. Nachdem jede der Schwestern in die Stadt geschickt wird, um als Dienstmädchen zu arbeiten, kommen sie nacheinander scheiternd zurück. Doch auch dem Vater gelingt es nicht, mit den im Dorf lebenden Menschen zurechtzukommen. Auch wenn Konflikte die Beziehungen der Schwestern untereinander enorm erschweren, halten sie dennoch immer zusammen, wenn es darauf ankommt. In einem Leben, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint, vertreiben sich Vater und Töchter ihre Zeit mit Geschichten, die sie sich erzählen. Doch auch in der scheinbaren Hoffnungslosigkeit lässt der Regisseur das Leben der Vier nicht trostlos zurück.

Der Regisseur Emin Alper ist selbst in den Bergen Anatoliens aufgewachsen. Nach seinem Studium in Istanbul feierte er mit dem Film "Tepenin Ardi" ("Beyond the Hill") sein Debüt.

Nicht ohne Fatih Akin

Doch Alpers Film ist nicht der einzige Film eines türkischen Regisseurs. Für Krimi-Fans wird im Forum der Thriller "Aidiyet" ("Belonging") von Burak Cevik vorgeführt. Bei der Perspektive Deutsches Kino hingegen wird Mehmet Akif Büyükatalays Film "Olay" gezeigt, der die Zerrissenheit eines jungen Menschen zwischen dem islamischen Glauben und der Liebe thematisiert.

Aber auch Fatih Akin darf natürlich nicht fehlen. Auch die Verfilmung von Heinz Strunks Roman "Der Goldene Handschuh" wird seine Weltpremiere am Samstag feiern. Er erzählt vom Hamburger Serienmörder Fritz Honka.

Familien im Mittelpunkt

"Das Programm werden wir subsumieren unter dem 68er feministischen Spruch: "Das Private ist politisch"", hatte Kosslick angekündigt. Es seien überwiegend private Themen, die von Filmemachern abgehandelt worden seien. Familie scheine dabei ein zentrales Thema zu sein. "Ich glaube, das hat auch damit etwas zu tun, dass je größer dieser ganze Globalisierungswahnsinn wird, desto mehr sehnen sich die Menschen nach Geborgenheit." Die Filme auf der Berlinale dürften oft zeigen, wo es in Familien hakt.

Erwartet werden unter anderem Leinwandstar Catherine Deneuve, US-Schauspieler Christian Bale und die Schauspielerinnen Diane Kruger und Charlotte Rampling, während Juliette Binoche in diesem Jahr die Festivaljury leitet.

Die 69. Berlinale findet vom 07. bis zum 17. Februar statt, die Auszeichnungen werden bereits am 16. Februar verliehen. Die Eröffnungsgala mit Moderatorin Anke Engelke beginnt heute Abend ab 19.30 Uhr, im Anschluss folgt der Eröffnungsfilm "The Kindness of Strangers" von Lore Scherfings. Die Berlinale wird live im Internet übertragen und kann im Fernsehen bei 3sat mitverfolgt werden.

Bild: ---/Liman Film/Komplizen Film/Circe Films/Horsefly Productions/Berlinale/dpa

(dpa)