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"Kampf der Nibelungen" in Ostritz verboten

4.10.2019 18:36 Uhr

Die Stadt Ostritz in Sachsen hat eine Neonazi-Kampfveranstaltung am 12. Oktober unter dem klangvollen Namen "Kampf der Nibelungen" verboten. Dem Veranstaltungsanmelder wurde die entsprechende Entscheidung bereits zugestellt, teilten Stadt und Polizeidirektion Görlitz mit. "Es obliegt der zuständigen Kommune, über Maßnahmen bezüglich angemeldeter Veranstaltungen zu entscheiden", hieß es in der gemeinsamen Mitteilung.

Gleichwohl bereitet sich die Polizei Görlitz weiterhin auf einen Einsatz wegen des Kampfsportevents vor, das den Behörden zufolge auf einem Grundstücksgelände in Ostritz geplant ist. Dem Veranstalter stehe grundsätzlich der Rechtsweg zur Überprüfung des Verbots offen, begründete die Polizeidirektion ihre fortdauernden Einsatzvorbereitungen. Stadt und Polizei bezeichneten die Kampfsportveranstaltung als "rechtsmotiviert".

Größte Neonazi-Kampfveranstaltung Europas

Erst am Donnerstag hatte die "Welt" berichtet, die Bundesregierung habe mit dem "Kampf der Nibelungen" die größte Neonazi-Kampfsportveranstaltung Europas ins Visier genommen. "Das Selbstverständnis des seit 2013 jährlich stattfindenden Kampfsportformats, das Kampfsportler als Vorbilder und Gegensatz zum 'System der Heuchler, Versager und Schwächlinge' darstellt, trägt antidemokratische Züge", zitierte die Zeitung aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine FDP-Anfrage.

Dem Bericht zufolge attestiert die Bundesregierung der Veranstaltung einen "rassistischen Charakter". In die Organisation seien verschiedene Vertreter des neonazistischen Spektrums und rechtsextremistische Hooligans eingebunden.

(ce/afp)

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