epa/Abir Sultan

"Hebron wird niemals 'judenrein'"

4.9.2019 21:20 Uhr

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bei einem seinem seltenen Besuche in Hebron die jüdische Verbindung zu der geteilten Stadt im Westjordanland betont. «Hebron wird niemals «judenrein» sein», sagte Netanjahu am Mittwoch und gebrauchte dabei das deutsche Wort.

«Wir werden für immer in ihr bleiben», sagte er weniger als zwei Wochen vor der Parlamentswahl. Netanjahu gedachte der 67 jüdischen Opfer eines Massakers, das arabische Bewohner vor 90 Jahren in der Stadt verübt hatten. Netanjahu ist nach einem Bericht der «Jerusalem Post» damit der erste israelische Ministerpräsident, der seit 1998 Hebron betreten hat.

Ein führender Vertreter der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte den Besuch im Vorfeld scharf kritisiert. «Er findet statt, um die kolonialistischen Siedler vor den israelischen Wahlen zufriedenzustellen», schrieb Hussein al-Scheich vom Zentralkomitee auf Twitter.

Israelische Parlamentswahl am 17. September

Israel wählt am 17. September ein neues Parlament. Dabei zeichnet sich ein knappes Rennen zwischen Netanjahus rechtskonservativem Likud und dem oppositionellen Bündnis der Mitte, Blau-Weiß von Ex-Militärchef Benny Gantz, ab.

Erst am 1. September hatte Netanjahu erneut die Annektierung israelischer Siedlungen im Westjordanland angekündigt.

Israel hatte 1967 im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute mehr als 600 000 israelische Siedler in mehr als 200 Siedlungen. Die Palästinenser beanspruchen das Gebiet als Teil eines künftigen eigenen Staates.

Seit 1998 ist Hebron zweigeteilt: einen Teil kontrolliert die Palästinensische Autonomiebehörde, den anderen Israel. Mitten in der Stadt mit rund 210 000 Palästinensern leben rund 800 jüdische Siedler. Wegen der Präsenz von Siedlern und Soldaten mussten Palästinenser im Stadtzentrum Geschäfte und Wohnungen aufgeben.

(an/dpa)

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